mastodon

Metal For The Masses?
Mastodons letztes Album "Leviathan" war nichts anderes als die beste Metal-Scheibe seit Metallicas "Master Of Puppets" und ist auch für Leute, die eigentlich mit Metal wenig, mit guter Musik jedoch viel am Hut haben, eine dringende Kaufempfehlung. Mastodon zeichnen sich durch die Verknüpfung von brachialen Sounds und sehr viel handwerklichem Geschick aus (v.a. die Schlagzeugarbeit gehört zum beeindruckendsten was man im Metal zu hören bekommt), überschreiten dabei gleichzeitig sämtliche Genregrenzen und bringen Death Metal, Hardcore, NWOBHM, Prog- und Alternative-Rock und geschätzte 100 weitere Subgenres locker unter einen Hut. Damit wurden sie innert kürzester Zeit (die Band existiert erst seit rund 6 Jahren) zu einer der erfolgreichsten "neuen" Metalbands, die auch ausserhalb des Metalgenres auf Interesse stiess.

Auch auf dem neuen Werk "Blood Mountain" schrecken Mastodon nicht davor zurück, engstirnige Metalheads immer wieder aufs neue herauszufordern. Allerdings verschieben Mastodon ihren Fokus deutlich in Richtung Prog (so werden Mastodon denn auch nicht müde, in Interviews immer wieder auf die Prog-Heroes Rush zu verweisen). "Blood Mountain" wirkt frickliger als "Leviathan" und büsst dafür etwas an Energie und Durchschlagskraft ein. Der Gesang ist vielseitiger, was zu gelegentlichen Highlights führt, etwa bei "Colony Of Birchman", wo Josh Homme eine typische QOTSA-Gesangslinie beisteuert. Allerdings fehlt der Platte dadurch auch ein roter Faden, manchmal wird man das Gefühl nicht los, dass mindestens zehn verschiedene Sänger auf "Blood Mountain" zu hören sind. Und bei "Bladecatcher", wo der Gesang durch ein komisch sabberndes Etwas ersetzt wird, geht die Experimentierfreude eindeutig nach hinten los.

Unterm Strich bietet "Blood Mountain" einige grossartige Songs (vor allem das Eröffnungs-Trio mit dem rasanten "The Wolf Is Loose", dem groovenden "Crystal Skull" und dem epischen "Sleeping Giant" weiss zu gefallen), leider aber auch ein paar Nullnummern (allen voran das abschliessende "Pendulous Skin", mit klischierten Gitarrensoli und nervigem Quengelgesang). Eine etwas durchzogene Sache also, die an die Klasse von "Leviathan" nicht ganz heran reicht. Mastodons Siegeszug wird dadurch jedoch kaum gebremst werden, die Tour mit Slayer und der frische Major-Deal mit Warner dürften den Aktienkurs der Band vorderhand weiter beflügeln. Wer sich selber ein Bild machen will: "Blood Mountain" kann man sich derzeit in voller Länge als Stream auf www.myspace.com/mastodon anhören.

8/10

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