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Leben nach den Libertines: Teil 2.
Willkommen zum zweiten und vorerst letzten Teil der Serie "Leben nach den Libertines". Im ersten Teil hatten wir uns mit "Down In Albion" von den Babyshambles beschäftigt, nun liegt auch das Debut von Dirty Pretty Things vor, bei denen nebst Pete Dohertys Sparring-Partner Carl Barât auch der ehemalige Libertines-Schlagzeuger Gary Powell sowie Anthony Rossomando, der bei den letzten Libertines-Gig den drogenvernebelten Pete Doherty ersetzte, mit von der Partie sind.

Erst mal die nüchternen Fakten: "Waterloo To Anyhwere" ist mit 35 Minuten Spielzeit bloss etwa halb so lang wie "Down In Albion". An sich kein schlechtes Zeichen, denn bei "Down In Albion" hatte ich ja bemängelt, dass die Platte zu lang sei und gegen hinten ausfranst. Diesbezüglich gibt's bei Dirty Pretty Things tatsächlich nichts zu bemängeln, auf "Waterloo..." finden sich elf knackige und auf den Punkt komponierte Brit-Rock-Songs. Während sich Pete Doherty gerne aufs Skizzenhafte beschränkt (ob Absicht oder nicht sei dahingestellt...), bevorzugt Carl Barât die klar ausformulierte Songstruktur, wobei ihm dazu irgendwie die zündenden Ideen und Melodien fehlen. Das hat leider zur Folge, dass "Waterloo..." etwas konstruiert wirkt und wenige Überraschungen bietet. Während man beim Babyshambles-Album eine Alternative zu den Libertines gekriegt hat (die man mögen kann oder auch nicht), werd ich bei "Waterloo..." den Eindruck nicht los, als würde man versuchen mir ein neues Libertines-Album unterzujubeln, das aber leider die Klasse der ersten beiden bei weitem nicht erreicht.

Eine tragische Figur, der Carl Barât: Mit Pete kann er nicht mehr musizieren und ohne ihn kann er's auch nicht wirklich überzeugend. Das Handwerk stimmt, und doch fehlt dieser Platte irgendwas. Eine Prise Wahnsinn vielleicht?

6/10

Ähnliche Interpreten:
Libertines
The Clash
The Jam

www.dirtyprettythingsband.com