28. Februar 2006
TALKING HEADS - 77 / More Songs About Buildlings And Food / Fear Of Music / Remain In Light (Sire/Rhino/Warner)
Es kommt der Zeitpunkt im Leben eines jeden Popmusikliebhabers, in welchem er sich nicht mehr damit begnügt, das gegenwärtige Schaffen zu verfolgen. Er will mehr wissen über die Wurzeln seiner von ihm geliebten Musik und macht sich auf die Suche...
Irgendwann wollte ich beispielsweise die frühen The Cure entdecken und stiess dabei auf ein nicht unwesentliches Problem: Die alten CD's klangen, als ob sie von der Band in einem Schuhkarton eingespielt worden wären. So kaufte ich mir (dank Flohmarkt und eBay) die alten Sachen halt auf Vinyl. Auch eine gute Lösung, allerdings müssen diese - um auf dem MP3-Player gehört werden zu können - mühsam digitalisiert werden... Mittlerweile gibt es von The Cure's ganz frühen Alben aber hervorragende Reissues, die ich an dieser Stelle gerne noch mal empfehle. Und damit sind wir fast schon beim Thema dieses Beitrags.
Reissues. Plötzlich klingen alte Aufnahmen frisch und aufregend und im besten Fall kriegt man dazu noch Liner-Notes, Bonus-Tracks und dergleichen. Die Elvis Costello-Reissues auf Rhino beispielsweise sind fast schon Pflicht für Popmusikliebhaber. Sie bieten (wirklich brauchbares!) Bonusmaterial im Überfluss ("Get Happy" etwa kommt mit 30 Bonus-Tracks und Costello's Liner-Notes sind wie die Kommentare auf der DVD "The Right Spectacle" höchst interessant). Bei den vorliegenden Talking Heads-Reissues (und damit sind wir nun wirklich beim Thema) besteht das Bonusmaterial (nebst ein paar Bonus-Tracks pro Album) aus Dolby Surround-Remixen der Original-Alben. Zu dumm, dass ich keine Dolby Surround-Anlage habe und mir dieses Hörvergnügen deshalb verwehrt bleibt...
Die Talking Heads sind ja in den letzten Jahren zu einer wichtigen Referenz im aktuellen Musikgeschehen geworden. Hippe Bands wie Arcade Fire, Clap Your Hands Say Yeah, Dogs Die In Hot Cars oder The Robocop Kraus werden gerne mit ihnen verglichen und als Zuspätgeborener, der die Heads eigentlich nur vom Hörensagen kennt, könnte man deswegen zu leicht der Idee verfallen, dass die Heads eine Rockband waren. Dem ist nicht so. Die Heads waren eine Pop-Band, die zu Beginn von R'n'B, Funk, Country und New Wave geprägt waren und später immer mehr auch mit afrikanischen Beats flirteten. David Byrne, der mit seiner Stimme der Band die unverwechselbare Note gab, war wohl das Aushängeschild der Band und nebst David Bowie eine der herausragenden Persönlichkeiten der späten 70er. Zwischen 1977 und 1980 brachten die Heads jährlich ein Album raus. "77" mit dem zum Klassiker avancierten Song "Psychokiller", "More Songs About Buildings And Food" (dessen Cover The Robocop Kraus bei der Gestaltung des Covers ihres aktuellen Albums inspirierte), "Fear Of Music" (mit dem grandiosen Song "Memories Can't Wait") sowie "Remain In Light", auf welchem sich der vielleicht bekannteste Talking Heads-Song "Once In A Lifetime" befindet und welches die Musik der Heads schliesslich zum Soundtrack der hippen 80er machte: "In the 80s the Heads were life's hip soundtrack that poured out of doorways, bookstores, restaurants. After we recorded 'Remain In Light', everywhere I walked, be it SoHo or Tokyo, I heard the Talking Heads. Funky, artistic music.", heisst es in den (leider nicht allzu ausführlichen) Liner-Notes.
Mit Ausnahme von "77" wurden die Alben von Brian Eno produziert, der damals ja auch mit David Bowie zusammenarbeitete. Die Reissues klingen hervorragend, weisen aber leider ein ganz grosses Manko auf: Die Texte sind nicht abgedruckt. Zwar gibt es ein paar handgeschriebene Notizen zu Texten und Arrangements, leider nicht zu allen Songs und nicht immer lesbar.
Übrigens: Die restlichen vier Studio-Alben erscheinen in derselben Reissue-Edition. Da mir persönlich aber "Remain In Light" am wenigsten gefällt und man die letzten Alben "True Stories" und "Naked" in so ziemlich jeder Wühlkiste auf jedem Flohmarkt der Welt findet, vermute ich mal, dass man sich mit dem Erwerb der ersten drei Alben den grössten Gefallen macht.
www.talking-heads.net (inoffizielle Seite)
www.rhino.com
Irgendwann wollte ich beispielsweise die frühen The Cure entdecken und stiess dabei auf ein nicht unwesentliches Problem: Die alten CD's klangen, als ob sie von der Band in einem Schuhkarton eingespielt worden wären. So kaufte ich mir (dank Flohmarkt und eBay) die alten Sachen halt auf Vinyl. Auch eine gute Lösung, allerdings müssen diese - um auf dem MP3-Player gehört werden zu können - mühsam digitalisiert werden... Mittlerweile gibt es von The Cure's ganz frühen Alben aber hervorragende Reissues, die ich an dieser Stelle gerne noch mal empfehle. Und damit sind wir fast schon beim Thema dieses Beitrags.
Reissues. Plötzlich klingen alte Aufnahmen frisch und aufregend und im besten Fall kriegt man dazu noch Liner-Notes, Bonus-Tracks und dergleichen. Die Elvis Costello-Reissues auf Rhino beispielsweise sind fast schon Pflicht für Popmusikliebhaber. Sie bieten (wirklich brauchbares!) Bonusmaterial im Überfluss ("Get Happy" etwa kommt mit 30 Bonus-Tracks und Costello's Liner-Notes sind wie die Kommentare auf der DVD "The Right Spectacle" höchst interessant). Bei den vorliegenden Talking Heads-Reissues (und damit sind wir nun wirklich beim Thema) besteht das Bonusmaterial (nebst ein paar Bonus-Tracks pro Album) aus Dolby Surround-Remixen der Original-Alben. Zu dumm, dass ich keine Dolby Surround-Anlage habe und mir dieses Hörvergnügen deshalb verwehrt bleibt...
Die Talking Heads sind ja in den letzten Jahren zu einer wichtigen Referenz im aktuellen Musikgeschehen geworden. Hippe Bands wie Arcade Fire, Clap Your Hands Say Yeah, Dogs Die In Hot Cars oder The Robocop Kraus werden gerne mit ihnen verglichen und als Zuspätgeborener, der die Heads eigentlich nur vom Hörensagen kennt, könnte man deswegen zu leicht der Idee verfallen, dass die Heads eine Rockband waren. Dem ist nicht so. Die Heads waren eine Pop-Band, die zu Beginn von R'n'B, Funk, Country und New Wave geprägt waren und später immer mehr auch mit afrikanischen Beats flirteten. David Byrne, der mit seiner Stimme der Band die unverwechselbare Note gab, war wohl das Aushängeschild der Band und nebst David Bowie eine der herausragenden Persönlichkeiten der späten 70er. Zwischen 1977 und 1980 brachten die Heads jährlich ein Album raus. "77" mit dem zum Klassiker avancierten Song "Psychokiller", "More Songs About Buildings And Food" (dessen Cover The Robocop Kraus bei der Gestaltung des Covers ihres aktuellen Albums inspirierte), "Fear Of Music" (mit dem grandiosen Song "Memories Can't Wait") sowie "Remain In Light", auf welchem sich der vielleicht bekannteste Talking Heads-Song "Once In A Lifetime" befindet und welches die Musik der Heads schliesslich zum Soundtrack der hippen 80er machte: "In the 80s the Heads were life's hip soundtrack that poured out of doorways, bookstores, restaurants. After we recorded 'Remain In Light', everywhere I walked, be it SoHo or Tokyo, I heard the Talking Heads. Funky, artistic music.", heisst es in den (leider nicht allzu ausführlichen) Liner-Notes.
Mit Ausnahme von "77" wurden die Alben von Brian Eno produziert, der damals ja auch mit David Bowie zusammenarbeitete. Die Reissues klingen hervorragend, weisen aber leider ein ganz grosses Manko auf: Die Texte sind nicht abgedruckt. Zwar gibt es ein paar handgeschriebene Notizen zu Texten und Arrangements, leider nicht zu allen Songs und nicht immer lesbar.
Übrigens: Die restlichen vier Studio-Alben erscheinen in derselben Reissue-Edition. Da mir persönlich aber "Remain In Light" am wenigsten gefällt und man die letzten Alben "True Stories" und "Naked" in so ziemlich jeder Wühlkiste auf jedem Flohmarkt der Welt findet, vermute ich mal, dass man sich mit dem Erwerb der ersten drei Alben den grössten Gefallen macht.
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