Lieber spät als nie...
...heisst die Devise im Falle von Arcade Fire, deren Debutalbum „Funeral“ eigentlich schon vor gut einem halben Jahr in Nordamerika erschienen ist und die Band dort innert kürzester Zeit zu DER Indie-Hoffnung gemacht hat. Zurecht, wie man sich nun dank den geschmackssicheren Leuten von Rough Trade (Smiths, Libertines, Adam Green etc.) auch in Europa überzeugen lassen kann.

„Funeral“ ist ein unglaublich vielschichtiges Album: „Une année sans lumière“ startet als melancholisches Stück und schlägt urplötzlich in einen Rocksong à la Strokes um. „Neighborhood 3 (Power Out)“ klingt nach gitarrenlastigen New Order. „Crown Of Love“ beginnt als alternativer Walzer, ähnlich wie Bright Eyes’ „False Advertising“, kippt dann aber kurz vor Schluss wieder um und mutiert zum 70ies Disco-Knaller mit passender Geigenuntermalung. Und über allem thront der emotionale Gesang, mal halb schreibend, mal inbrünstig flehend, dann wieder sanft bis flüsternd. Bright Eyes lässt grüssen. Zum Schluss, wenn Régine Chassagne das Mikrofon übernimmt, fühlt man sich an die poppigeren Momente von Björk erinnert.

Zuviel des Guten? Von wegen! „Funeral“ ist grandios, überwältigend, ein Sinnesrausch, mitreissend. Echt!

10/10

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