14. Juni 2006
Vom Nutzen, ein Connaisseur zu sein...
Musikkonsum und ökonomische Theorie.
Einen interessanten Artikel findet man heute im Wirtschaftsteil der NZZ. Unter dem Titel "Die Ökonomie der Superstars" erklären Helmut Dietl und Egon Franck (beide Professoren an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Zürich) mit Hilfe der ökonomischen Theorie (und den ihr eigenen Abstrahierungen und Vereinfachungen), weshalb viele Leute sich das neue, gähnend uninspirierte Red Hot Chili Peppers Album kaufen, und kaum einer die grossartigen Alben von z.B. Midlake, Boris oder Logh...Eine kleine Schwäche weist der Artikel in der Wortwahl "Connaisseur" auf. Darunter würde ich nämlich einen Pop-Aficionado verstehen, der vielseitig interessiert und immer auf der Suche nach Neuentdeckungen ist. Die Autoren meinen damit aber den Popkonsumenten, der sich auf einen Stil oder gar einen Interpreten spezialisiert, weil das die Suchkosten für das Finden von Gleichgesinnten minimiert. Musik, so die Autoren, hat nämlich auch eine kommunikative Komponente und wenn man sich eben für Robbie Williams oder die Red Hot Chili Peppers interessiert, dann dürfte man in jeder Runde einen Gleichgesinnten finden, während man als Boris-Liebhaber da so seine liebe Mühe hat...
Der Artikel erklärt zuletzt auch noch, weshalb eine Nullnummer wie Baschi plötzlich irgendwie zum Held werden kann, wobei die Autoren in diesen Abschnitt ruhig etwas expliziter sein könnten (das Beispiel muss man sich nämlich selber dazu denken).
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