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Am Anfang war das Eis...
Eigentlich ist es falsch, dieses Album als Klassiker zu bezeichnen. Als solche würden im Falle von Sonic Youth wohl eher "Sister" oder "Daydream Nation" gelten. Alben also, auf welchen sich Sonic Youth hemmungslos ihren songwriterischen Eskapaden aus Feedbackorgien und poppigen Melodien hingeben und mit denen sie nebst Yo La Tengo, den Pixies und Dinosaur Jr den amerikanischen Indie-Rock massgeblich geprägt haben.

Der Grund, warum ich an dieser Stelle dennoch "Sonic Youth" vorstelle, ist ein simpler: Das Debut-Mini-Album aus dem Jahre 1982 wird dieser Tage wiederveröffentlicht. Ergänzt mit ein paar Live-Tracks, einer Demo-Aufnahme und sehr ausführlichen Liner-Notes von vier verschiedenen Autoren, zeigt es Sonic Youth als kühle No-Wave/Post-Punk/Avantgarde-Band, deren Musik von zentnerschweren Basslinien, perkussivem Getrommel und Gitarrenspiel sowie einem Hang zum Repetitiven geprägt ist. Musik also, die Bands wie The Rapture oder Radio 4 stark geprägt hat. Interessant auch, wie sehr sich die Band in den folgenden Jahren verändert hat, wie sie quasi die Eisblöcke der frühen Achtziger mit den Lava-spuckenden Vulkanausbrüchen der späten Achtziger und frühen Neunziger selbst zum Schmelzen gebracht hat. Dass mir persönlich die neueren Werke wie das genannte "Daydream Nation", "Dirty" oder auch das letzte Album "Sonic Nurse" besser gefallen, ist da eigentlich pure Nebensache.

PS: Das neue Album "Rather Ripped" erscheint am 6. Juni und hier sind schon mal zwei neue Songs zu finden.

www.sonicyouth.com