Rerelease des (Post-)Punk-Klassikers.
Susan Ballion a.k.a. Siouxsie Sioux und ihre Banshees sind eigentlich bekannter für die Goth-Pop-Klänge, denen sie in den 80ern frönten. Dass die Band aber ursprünglich aus dem Post-Punk der späten 70er hervorging, lässt sich auf dem nun wiederveröffentlichten Debut-Album "The Scream" hervorragend nachvollziehen. Im schönen Digi-Pack, neu gemastert und mit Bonus-CD versehen (welche frühe Demos sowie 2 Peel-Sessions enthält) ist die Wiederauflage ebenso üppig ausgestattet wie die ebenfalls sehr empfehlenswerten Cure-Rereleases.

Es stimmt aber nicht nur das Äussere, sondern auch der Inhalt. Die bald 30-jährigen Songs klingen in einer Zeit, in der die späten 70er/frühen 80er unzähligen Bands als Inspiration dienen natürlich aktueller denn je. Das stoische Schlagzeug, der furztrockene Bass, die sägenden Gitarren und Siouxsie's exaltierter Gesang: Würde ein A&R heute ein solches Demo in die Hände kriegen, er würde die Band umgehend unter Vertrag nehmen und sie in die nächste Runde des beliebten Spiels "Wer wird die neuen Franz Ferdinand" schicken. Gut, im direkten Vergleich mit den heutigen, ausgefeilteren Songs, die das Beste aus 30 Jahren Pop-Geschichte verarbeiten können, klingen Siouxsie & The Banshees simpler und weniger facettenreich, aber Songs wie "Jigsaw Feeling", "Carcass" oder "Hong Kong Garden" (nicht vom Debut, sondern von der zweiten Peel-Session stammend) sind nunmal die Blaupause von vielem, was man seither unter dem Namen "Punk", "Post-Punk" oder "New Wave" antreffen konnte.

8/10

Ähnliche Interpreten:
Joy Division
Sex Pistols

www.siouxsie.com