weezer the red album six

Nachdem der Release von Weezer's sechstem Album "The Red Album" vom 24. auf den 3. und schliesslich auf den 17. Juni verschoben wurde, soll es jetzt dabei bleiben.

Ausgekoppelt wurde die Single "Pork And Beans" und nun ist auf iTunes auch "The Greatest Man That Ever Lived (Variations On A Shaker Hymn)" erhältlich.

Da schon beim letzten Album "Make Believe" Gerüchte um gingen, dass es wieder mehr nach, dem Debut (und Grundstein des Indierock) "The Blue Album" und dem Meisterwerk "Pinkerton" (dem Grundstein von Emo, der so gar nicht wie die heutigen Emo-Bands klingt) klingen soll, glaubte ich diesmal den Gerüchten nicht mehr.

Als dann "Pork And Beans" auf der Startseite von weezer.com als Stream erschien, kam ein lauter Hoffnungsschimmer auf.
Nachdem die erste Single "Beverly Hills" vom Album "Make Believe" ein ganz schlimmes Stück Musik war, konnte es mit der Auskopplung vom neuen Album nur gutes verheissen. "Pork And Beans" ist zwar auch nicht die Krönung der Weezer-Diskographie, aber ein einfaches, teils brachiales Lied, das wieder mehr an die guten alten Zeiten und ein wenig an "El Scorcho" erinnert.

Wie das im Internetzeitalter so ist, haben sich sieben der zehn Songs vom roten Album bereits vor dem Release ins Netz verirrt. Leider, muss ich sagen.
Als ein grosser Weezer-Fan der ersten Stunde (Pinkerton gehört zu meinen Top 5 alltime favourite alben), habe ich sämtliche guten und schlechten Zeiten mit Weezer durchgemacht und mich auf jedes Album gefreut, wie Fritzli an Weihnachten.
Diesmal hab ich mich nach dem hören der ersten paar Songs sofort erkundigt, wie ich meine pre-order für das neue Album wieder rückgängig machen kann...

Na gut, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Mit "Pork And Beans", und dem Pathos-Epos "The Greatest Man That Ever Lived" enthält das Album bestimmt zwei oder drei besitzenswerte Songs. Was aber Songs wie "Cold Dark World" oder "Troublemaker" angeht, klingt das einfach wie eine wenig originelle Schülerband, mit einem Wahnsinnsproduzenten.

Nicht nur, dass es immer noch radiotauglicher werden muss, nein, Rivers packt seinen zu "El Scorcho"-Zeiten noch grossartigen Rap-Stil ein paar mal zu oft aus und liefert bei "Everybody Get Dangerous" eine relativ klägliche Anthony Kiedis Imitation ab. Schlimmer wirds nur noch im Refrain, den sie wahrscheinlich von der Coverband im Proberaum nebenan abgekupfert haben.

Wie das so kommen konnte? Bisher war ausschliesslich Frontmann Rivers Cuomo für das Songwriting zuständig, was bei der Entstehung von "The Red Album" erstmals nicht mehr der Fall war. Diesmal durften alle basteln, singen und sich verwirklichen. Nicht, dass die anderen drei keine guten Songwriter wären, was sie ja bei ihren eigenen Projekten "The Special Goodness" und "The Spacetwins" einwandfrei unter Beweis stellen, aber im Zusammenspiel entsteht etwas, das man leider unter der Sparte "Spassmusik" abheften muss.

Schade, kann man da nur sagen. Aber selbst als "Partyband" haben sie zum Glück so mancher neuen Band noch etwas voraus. Loorbeeren zum drauf ausruhen.

www.weezer.com