24. Juni 2005
GREEN JELLŸ – Cereal Killer Soundtrack (Sony!!!)

Einzigartiger Trash-Metal
„Cereal Killer Soundtrack“ ist veralteter Trash-Metal mit unglaublich behämmerten Texten und vielen, vielen Gitarrensoli. Wenn man es schafft, kurzzeitig mal sein Gehirn auszuschalten, dann besitzt das Album durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Und wer sonst sollte die Aufgabe übernehmen und aus einem Lied wie Sex Pistols Klassiker „Anarchy In The UK“ eine Yabba-Dabba-Doo Flinstones Parodie machen? Green Jellÿ sind einzigartig, unvergessen und ausserdem brilliant schlecht!
1/10
SONG-BY-SONG SPONTANREVIEW VON FABIO & ROMAN:
Obey The Cowgod
F: Super Titel. Wer ist denn der Kuhgott?
R: Penismetal rulez!
F: Das ist zu schlecht, um witzig zu sein.
F. Eigentlich find ich’s doch noch witzig. Gib mir noch ein Bier.
Three Little Pigs
R: Der Klassiker unter den Klassikern.
F: Das halt ich nicht mal mit 200 Litern Bier aus!
F: Dieses Riff ist ja noch schlimmer als der allerletzte Abklatsch von „Smoke On The Water“.
R: Die Stimme klingt wie Schwarzenegger!
F: Was, schon fertig?
R: Nein, du musst schon auf den Märchentext hören, dann hättest du germerkt, dass es weitergeht
F: Was für eine dramatische Steigerung zum Schluss.
Cereal Killer
R: Klingt wie James Hetfield.
F: Marschmusik!
R: Super Tempiwechsel, sehr abwechslungsreich.
F: Oho, jetzt macht er noch einen auf Opernsänger. Aha, und jetzt Old School Metal! Das ist ja unbglaublich.... beschissen!
F: Unser Gitarrist hätte ernsthafte Freude an diesem Song. Solo!!
R: Melodiöser Refrain!
F: Nich im ernst, oder?!
R: Doch.
F: Und noch ne Steigerung, yeah.
Rock `n Roll Pumpkihn
F: MOTHERFUCKERS, SAFE THE QUEEN! Das musste auch mal gesagt sein.
R: Solieren können sie ja.
F: Und schreien kann er auch.
R: Aber eher wie eine Frau...
Anarchy In The UK
R: Der Song ist natürlich ein Sex Pistols Cover.
F: Klingt auch irgendwie nach Punk.
R: Mit Text über die Flinstones.
R: Ich find’s eigentlich noch recht akzeptabel. Für Grenn Jelly-Verhältnisse.
Electric Harley House (Of Love)
F: Yeah, schon wieder Old School Metal!
R: Ein weiterer Klassiker. Das kennt sogar mein Hiphop-Kollege!
F: Wie Bon Jovi! Einfach noch schlechter.
R: Dieses Riff ist 1:1 „Enter Sandman“ von Metallica.
Trippin’ On XTC
R: Ultrabilliger Red Hot Chili Peppers Abklatsch.
F: Funk! Da hätte Chrigi Spass dran.
F: Und mitten im Song ein Wechsel. Klingt wie Angy Burri.
R: Das ist einfach nur noch schlecht.
F: Wenn das alles anders produziert und anders gesungen wäre, fänd ich diese Wechsel cool.
Misadventures Of Shitman
R: Fettes Riff!
F: Und wieder ein klasse Songtitel!
F: Unglaublich, dass jemand sich getraut hat, so was zu veröffentlichen... Und damit haben sie’s sogar ins Fernsehen geschafft!!
R: Wieder sehr abwechslungsreich. Unglaublich dämlicher Text, ist aber je nach Situation perfekt zum Mitsingen.
House Me Teenage Rave
F: Ich glaub’s nicht. Techno.
R: Über diesen Song gibt es nicht viel zu sagen, weil er nicht jugendfrei ist.
F: Es geht um Sodomie und so, hab ich da bis jetzt herausgehört.
R: Und Sado Maso, der zum Schluss in ekstasischem Stönen gipfelt.
F: Witzig ist es auf jeden Fall. Irgendwie.
Flight O The Skajaquada – edit
R: Er erzählt ein böses Geschichtlein, mit einer gaaaanz bösen Stimme.
F: Das könnte auch der Typ sein, der den Anfang von „Thriller“ gesprochen hat!
R: Tönt wie eine Live-Improvisation
F: Tönt einfach nur scheisse!
Green Jelly Theme Song
R: Ein Stereorülpser, auf den sogar du stolz wärst!
F: Ich ziehe den Hut.
R: Mehr Stadion-Hit geht gar nicht! Das kannst du auch stockhagelvoll noch mitgrölen.
F: Was zum Geier soll das?
Fazit: So schlecht, dass es teilweise witzig ist. Manchmal aber einfach nur unaushaltbar. Dieser Platte hätte nicht mal Mutter Theresa mit ihrer unendlichen Grosszügigkeit mehr als die oben genannte Bewertung abgewinnen können.



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