20. Januar 2006
FAR – Water And Solutions (Epic)
Heutzutage ist der Begriff „Emo“ unlängst zum Schimpfwort mutiert. Woher diese Bezeichnung stammt, wissen jedoch die wenigsten. Mitte der Neunzigerjahre merkten einige Bands aus der Hardcore-Ecke, dass sie nicht nur schreien, sondern auch singen können. Szenengott Walter Schreifels gründete mit Quicksand eine Band, die den Posthardcore erfand. Mindestens genauso begnadet, jedoch noch weniger beachtet, waren vier Jungs aus Sacramento, die sich den Namen FAR verpassten. Was die ehemaligen Bandmitglieder heute nicht so richtig wahrhaben wollen, ist jedoch Tatsache: Sie sind eine der grossen Emo-Wegbereitern. Sie ebneten den Weg für dazumal ähnlich angesiedelte Bands wie Jimmy Eat World oder The Get Up Kids.
Nach dem HC-lastigen Debüt aus dem Jahre 1995 erschien 1998 „Water And Solutions“. Was dieses Album zum Klassiker macht, sind die grossen Gegensätze. Matrangas zerbrechliche Stimme, die auch des öfteren mal in verzweifeltes Geschrei ausartet. Die Laut/Leise-Wechsel, von zart gezupften Strophen zu Deftones ähnlichen Riffs. Mit den Deftones waren Far übrigens auf Tournee, was ihnen aber offensichtlich trotzdem nicht den erhofften Erfolg brachte. „Bury White“ zeigt diese Stärken dann gleich zu Beginn auf. „Mother Mary“ würde auch heute noch für volle Indie-Tanzflächen sorgen, wenn es denn gespielt würde. „The System“ ist ein kurzer, heftiger Rocker, „In 2 Again“ steuert auf einen Ausbruch hin, der überraschenderweise gar nicht folgt, „Wear It So Well“ und „Man Overboard“ sind absolute Emo-Klassiker.
Jonah Matranga hat seit der Auflösung von Far im Frühling 1999 unzählige neue Projekte ins Leben gerufen, jeweils nach kurzer Zeit aber bereits wieder an den Nagel gehängt (u.a. New End Original und Gratitude). Mit seinem Akustik-Projekt Onelinedrawing hat er bisher am meisten Beachtung erhalten. Auf „Water And Solutions“ darf er auf jeden Fall sein Leben lang stolz sein. Wenngleich nicht genug geschätzt, dieses Album ist auf der gleichen Ebene wie „White Pony“ von den Deftones, „Diary“ von Sunny Day Real Estate“ oder Mineral’s „Endserenading“ zu betrachten.
9/10
Ähnliche Interpreten:
New End Original
Deftones
Sunny Day Real Estate
Bands, die Far als grossen Einfluss angeben:
Biffy Clyro
Thursday
Funeral For A Friend
Hundred Reasons
Aereogramme
www.thebandfar.com
Nach dem HC-lastigen Debüt aus dem Jahre 1995 erschien 1998 „Water And Solutions“. Was dieses Album zum Klassiker macht, sind die grossen Gegensätze. Matrangas zerbrechliche Stimme, die auch des öfteren mal in verzweifeltes Geschrei ausartet. Die Laut/Leise-Wechsel, von zart gezupften Strophen zu Deftones ähnlichen Riffs. Mit den Deftones waren Far übrigens auf Tournee, was ihnen aber offensichtlich trotzdem nicht den erhofften Erfolg brachte. „Bury White“ zeigt diese Stärken dann gleich zu Beginn auf. „Mother Mary“ würde auch heute noch für volle Indie-Tanzflächen sorgen, wenn es denn gespielt würde. „The System“ ist ein kurzer, heftiger Rocker, „In 2 Again“ steuert auf einen Ausbruch hin, der überraschenderweise gar nicht folgt, „Wear It So Well“ und „Man Overboard“ sind absolute Emo-Klassiker.
Jonah Matranga hat seit der Auflösung von Far im Frühling 1999 unzählige neue Projekte ins Leben gerufen, jeweils nach kurzer Zeit aber bereits wieder an den Nagel gehängt (u.a. New End Original und Gratitude). Mit seinem Akustik-Projekt Onelinedrawing hat er bisher am meisten Beachtung erhalten. Auf „Water And Solutions“ darf er auf jeden Fall sein Leben lang stolz sein. Wenngleich nicht genug geschätzt, dieses Album ist auf der gleichen Ebene wie „White Pony“ von den Deftones, „Diary“ von Sunny Day Real Estate“ oder Mineral’s „Endserenading“ zu betrachten.
9/10
Ähnliche Interpreten:
New End Original
Deftones
Sunny Day Real Estate
Bands, die Far als grossen Einfluss angeben:
Biffy Clyro
Thursday
Funeral For A Friend
Hundred Reasons
Aereogramme
www.thebandfar.com




Kommentare
wenn dann also schon einzelne bands herhalten müssen um gewisse tendenzen greifbar zu machen, dann wären das ganz andere bands als far. etwa die schon genannten embrace, envy, rites of spring, pegboy oder texas is the reason. und dort gibts dann auch die "emo-klassiker" zu hören, wenn es solche denn geben sollte.