19. August 2010
Alte Liebe rostet nicht (oder doch?)
Weezer veröffentlichen ihr neues Album "Hurley" auf Epitaph. Passend dazu heisst die erste Single "Memories", denn sowohl die Band wie auch das Label wecken in mir viele Erinnerungen an meine Teenagerjahre. Nach dem üblichen Kinderkram (Vanilla Ice, David Hasselhoff), der kurzen Bryan Adams-Phase und dem Abstecher in harte Sachen (Metallica, Pantera, Sepultura) fand ich mit ca. 16 Jahren die musikalische Offenbarung im Cali-Punk Bad Religion'scher Prägung und Epitaph war für mich damals DAS Label überhaupt. Parallel dazu war ich aber auch äusserst angetan vom witzigen "Buddy Holly"-Video von Weezer und dem dazugehörigen Song. Das blaue Album hab ich mir trotzdem erst Jahre später angeschafft, die Songs waren mir damals schlicht zu langsam... Als sich meine Begeisterung für rasend schnellen Melodic-Punk allmählich legte, war die Zeit reif für "Pinkerton", Weezers legendäres zweites Album (ja, ich coole Sau hab mir doch tatsächlich zuerst Pinkerton angeschafft! Vor dem blauen Album! "How cool is that?"), das mich seither begleitet und das ich immer wieder gerne höre. Letzteres gilt übrigens auch für die meisten meiner Epitaph-Platten aus den Jahren 1989 bis ca. 1996 (Favoriten: "Generator" von Bad Religion und "Everything Sucks" von den Descendents).
Das neue Jahrtausend hat dann aber offenbar weder Weezer noch Epitaph besonders gut getan. Erstere verkamen zur Spassband mit mittelmässigen Platten und Stadionrockgitarrensounds, letztere schienen plötzlich eine Vorliebe für gleichförmigen Screamo und lauen US-Radio-Pop zu haben (als ich mich kürzlich auf der Epitaph-Website durch ein paar aktuelle MP3s klickte war ich tatsächlich ein bisschen peinlich berührt). Insofern konsequent, dass die beiden sich nun gefunden haben...
Das gute daran: Ich erwarte so wenig, ich kann eigentlich nur positiv überrascht werden. Und siehe da, die neue Single "Memories" hat mich trotz lauem Intro, simpler Strophe und eher belanglosem Refrain doch noch aufhorchen lassen. Und zwar dank der wirklich mitreissenden Bridge. Herrlich wie Rivers Cuomo da zuerst einen auf Robbie Williams macht und seine Stimme dann im richtigen Moment ins Falsetto kippt. Ein ganz grosser Moment und für mich derzeit sowas wie ein letztes Fünkchen Hoffnung, dass das was werden könnte, mit Weezer und Epitaph. Abwarten und "Memories" nochmals hören:
Das neue Jahrtausend hat dann aber offenbar weder Weezer noch Epitaph besonders gut getan. Erstere verkamen zur Spassband mit mittelmässigen Platten und Stadionrockgitarrensounds, letztere schienen plötzlich eine Vorliebe für gleichförmigen Screamo und lauen US-Radio-Pop zu haben (als ich mich kürzlich auf der Epitaph-Website durch ein paar aktuelle MP3s klickte war ich tatsächlich ein bisschen peinlich berührt). Insofern konsequent, dass die beiden sich nun gefunden haben...
Das gute daran: Ich erwarte so wenig, ich kann eigentlich nur positiv überrascht werden. Und siehe da, die neue Single "Memories" hat mich trotz lauem Intro, simpler Strophe und eher belanglosem Refrain doch noch aufhorchen lassen. Und zwar dank der wirklich mitreissenden Bridge. Herrlich wie Rivers Cuomo da zuerst einen auf Robbie Williams macht und seine Stimme dann im richtigen Moment ins Falsetto kippt. Ein ganz grosser Moment und für mich derzeit sowas wie ein letztes Fünkchen Hoffnung, dass das was werden könnte, mit Weezer und Epitaph. Abwarten und "Memories" nochmals hören:




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