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Mit I Might Be Wrong, Black Francis, Mando Diao, Göldin & Bit-Tuner und Les Savy Fav.

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I MIGHT BE WRONG - It Tends To Flow From High To Low (Sinnbus/Import)
Indie-Pop trifft auf Elektronik, ein melancholischer Grundton durchzieht das Album. Hätte auch auf Morr erscheinen können, Bands wie Lali Puna oder Contriva lassen sich als Referenzen nennen. Leider ist die Stimme etwas zu unauffällig, so dass das Album gelegentlich etwas ins Belanglose abzudriften droht.

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BLACK FRANCIS - Bluefinger (Cooking Vinyl/Phonag)
Charles Michael Kittridge Thompson IV, der legendäre Pixies-Sänger, hat sich nach vielen Jahren als Frank Black, in denen er rund ein Dutzend Soloalben veröffentlicht hat, wieder seinen alten Pixies-Namen Black Francis zugelegt und ein neues Album aufgenommen, das seine Country/Folk-Phase beendet und deutliche Spuren der Pixies-Reunion aufweist. Black Francis macht auch gar kein Geheimnis daraus, dass er gerne nochmals mit den Pixies ins Studio gehen würde um eine neue Platte einzuspielen, nur sträubt sich leider deren Bassistin Kim Deal dagegen. Also liegt nun eine Platte vor, die irgendwie nach The Pixies klingt und irgendwie halt doch wieder nicht... Der Gesang und Francis' knödelige Rhythmusgitarre haben ihren Reiz, aber es fehlen halt die typischen Joey Santiago-Lead-Gitarren und Kim Deals Gesang, zwei Elemente die den Pixies-Songs das gewisse Etwas verliehen haben. So bleibt unterm Strich eine nette Platte, die aber eher mit Frank Blacks 94er-Werk "Teenager Of The Year" zu vergleichen ist als mit den Pixies-Platten und die mich irgendwie einfach nicht so richtig zu packen vermag...

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MANDO DIAO - Never Seen The Light Of Day (Capitol/EMI)
Vertragserfüllung. Kein schönes Wort. Im Falle von Mando Diao aber ein Glücksfall. Die Schweden waren ihrem Label nämlich noch eine Platte schuldig, und weil sie offenbar so rasch wie möglich den Vertrag erfüllen wollten, spielten sie in 2 Wochen ein paar Songskizzen ein und überliessen diese dann dem Produzenten Björn Olsson (Ex-Union Carbide Production, Soundtrack Of Our Lives), der damit anstellen durfte was er wollte. Während Mando Diao Ferien machten, trieb Olsson unzählige Musiker zusammen und liess sie ihren Teil zum Album beitragen (die Gästeliste umfasst rund 20 Namen). Entstanden ist ein fast schon folkiges Album, das von Streichern und Akustikgitarren geprägt wird, das einen leichten Northern Soul-Einschlag nicht verleugnen kann, das deshalb nicht selten an die flotten Momente der Landsmänner Isolation Years erinnert und das Mando Diao aus der Sackgasse führt, in die sie mit ihrem letzten Album eingebogen sind.

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GÖLDIN & BIT-TUNER - Fantasy Is Fucked (Quiet/RecRec)
Göldin mag nicht der beste Rapper sein, das macht das Zusammentreffen mit Bleubird im Track "Cocaine Cowboys" deutlich. Aber die Art und Weise wie er die Sprache einsetzt und was er uns da an Worten um die Ohren haut, macht ihn zu einem äusserst eigenwilligen, provokativen aber auch unterhaltsamen Sprachkünstler. In Kombination mit Bit-Tuners psychedelischen Beats, die auch aus dem Hause Anticon stammen könnten, ergibt sich eine herrlich kaputte und durchgedrehte Platte.

LSF
LES SAVY FAV - Let's Stay Friends (Wichita/Universal)
Noch bevor die die Neo-Post-Punk-Welle so richtig gross wurde, trieben die New Yorker Les Savy Fav ihr Unwesen und veröffentlichten von 1995 bis 2001 diverse 7inches (2003 auf der Compilation "Inches" zusammengefasst), 3 grossartige Alben und die sensationelle "Rome"-EP (meines Erachtens der Höhepunkt von LSFs Schaffen). Danach wurde es ruhig, die Band gönnte sich eine Auszeit. Mit "Let's Stay Friends" liegt nun ein neues Album vor. Ich geb hier im O-Ton wieder, wie ich in einem E-Mail an M.M. aus L. meine ersten Eindrücke dazu schilderte:

den opener find ich klasse. simple 2 akkorde & eine hübsche melodie, die dann allmählich vom schlagzeug aufgemischt werden. guter einstieg! der zweite song ist ziemlich ideenlos, der dritte gefällt mir wieder besser, vor allem weil der schlagzeuger der eigentlich netten melodie- und akkordfolge ordentlich zunder gibt und der song im richtigen moment aufhört. nr. 4 ist ein kleiner hit: die kombination der "alten" les savy fav mit poppigeren ansätzen. "what would wolves do" ist dann ziemlich schwach, v.a. die strophe. klingt zu sehr nach strokes etc. da geb ich dir völlig recht von wegen nivellierung und stromlinienförmig. was ich aber cool finde ist der songaufbau: strophe, refrain, strophe, fertig....
"brace yourself": gesang sowie bass/schlagzeug sind super, der song plätschert aber etwas zu sehr vor sich hin
"raging...": super bass sound, aber leider wieder ein ziemlich einfallsloser song
"slugs...": na ja...
"kiss kiss": die frauenstimme ist cool, schade dass mann/frau nie gemeinsam singen... ich mag den stoischen groove des songs und das abrupte ende
"comes&goes": vom ansatz her ganz ok, aber der song bleibt zu skizzenhaft, verpufft letztlich irgendwie.
"scotchgard...": klingt wie irgend ein alter LSF-song, der etwas aufpoliert wurde. fürwahr keine sternstunde
"lowest bitter": super melodie am anfang, der gesang gegen ende klingt fast so, als hätten sie gemerkt dass die platte noch einen kleinen effort braucht.

fazit: durchzogen, es fehlt die dringlichkeit die die alten sachen auszeichnete... aber keinesfalls vergleichbar mit modest mouse oder blonde redhead, wo der verzicht auf krach mit sorgfältigerem songwriting einherging. man hat ein wenig das gefühl, LSF liefern eine auftragsarbeit ab. aber mal abwarten, vielleicht verändert sich ja der eindruck noch... ich mag die band gut genug, um sie noch nicht abzuschreiben.