27. August 2006
Kurz gefasst (7/06)
Mit Muse, Rise Against, Protest The Hero und Desole.

MUSE – Black Holes And Revelations (Warner)
Muse kehren so zurück, wie man sie kennt. Der einzige Unterschied zu ihren früheren Werken besteht darin, dass sie die Extreme noch mehr ausloten. Ob funky („Supermassive Black Hole“), techno-angehaucht („Map Of The Problematique“), mit harten Riffs („Assassin) oder pompös („Hoodoo“, „Knights Of Cydonia“), Muse überzeugen. Diesmal zwar ohne Übersong, aber nach wie vor unverkennbar. (7/10)

RISE AGAINST – The Sufferer And The Witness (Geffen/Universal)
Boysetsfire lösen sich auf, da kommt das neue Album von Rise Against gerade rechtzeitig. Mit erstgenannten verbindet sie nämlich einiges. Die Fähigkeit, Melodie und Härte in drei Minuten zu packen, die politischen Botschaften oder einen Sänger, der aggressives Schreien genauso beherrscht wie hübsche Melodiebögen zu singen. Fans von Propagandhi, Strike Anywhere oder eben Boysetsfire können hier bedenkenlos zugreifen. (6/10)

PROTEST THE HERO - Kezia (Vagrant/Namskeio)
Metalcore ist kein schöner Begriff. Es gibt massenweise Bands, die ihn verhunzen. Umso schöner, dass es noch Musiker gibt, auf welche eben genau dieses Wort in seinem ursprünglichen Sinn zutrifft. So wie Protest The Hero. Mit „Kezia“ zaubern sie eine Platte aus dem Hut, welche unglaublich viel Spass macht und auch nach zigmaligem Hören nicht langweilt. Avenged Sevenfold, System Of A Down oder Thrice sind Referenzen, die sich sehen und vor allem Hören lassen können. Bombastisch produziert, perfekt eingespielt und unglaublich packend arrangiert. Protest The Hero sind alles andere als eingängig, Gefrickel und Tempiwechsel gibt es im Sekundentakt. Und das mit gerade mal 20 Jahren! Passender Spruch für die Presse: Protest The Hero sind The Mars Volta des Metalcore. (8/10)

DESOLE – A Story To Tell (Abacus/Irascible)
Desole ist eine Band für Leute, denen Thursday zu hart sind. Ähnlich wie diese, mixen sie auf „A Story To Tell“ sphärische Parts mit hymnischen Melodien und sogar einem Instrumental-Stück. Was aber dabei ein wenig fehlt, sind Überraschungen oder gelegentliche Ausbrüche. Nicht übel, aber nicht eigenständig genug, um aus der Masse herauszustechen. Für Freunde von softeren Thursday oder Further Seems Forever. (5/10)



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