23. Februar 2007
Kurz gefasst (2/07)
Mit Arbouretum, Sounds Like Violence, Frantic, Kling Klang und Last Days Of April.

ARBOURETUM - Rites Of Uncovering (Thrill Jockey/RecRec)
Ein sprödes Werk zwischen Folk und Black Sabbath'schem Hardrock mit einer Prise Mittelalter-Harmonik. Ausschweifende Gitarrensoli verleiten zum Matteschwingen (hätte man eine...), die Stimmung der Platte entführt mich unweigerlich in ein Paralleluniversum, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Seltsam entrückt, aber faszinierend.

SOUNDS LIKE VIOLENCE - With Blood On My Hands (Burning Heart/Phonag)
Sounds Like Violence veröffentlichten vor mehr als drei Jahren eine hervorragende EP namens "The Pistol" auf Deep Elm Records, seither wartete man auf ein Album. Und wartete und wartete... Mit schier unendlich langer Verspätung erscheint es nun und es bietet nichts, was man auf der EP nicht besser fand. Der verzweifelte, halb-schreiende Gesang war auf "The Pistol" intensiver, die Riffs auf "With Blood..." sind im Vergleich zu den alten richtiggehend banal. Eine glatte Enttäuschung.

FRANTIC - Change (Greenhorn Records)
Etwas steril klingende, aber eigentlich ganz gute Popmusik aus dem Osten der Schweiz. Neigt für meinen Geschmack etwas zu sehr zu den ganz grossen Gesten, kann aber bei Freunden von Travis oder Lovebugs vielleicht punkten.

KLING KLANG - The Esthetik Of Deconstruction (Rock Action/Musikvertrieb)
Maschinenmusik (Line-up: Drums, Gitarre, 4x Synthesizer) auf dem Mogwai-Label. Irgendwo zwischen nervtötend und faszinierend. Auf Gesang wird verzichtet, im Vordergrund stehen fräsende Synthies und verfremdete Schlagzeugsounds. Musik, die sich wohl ganz gut für eine Neuvertonung von "Blade Runner" eignen würde.

LAST DAYS OF APRIL - Might As Well Live (Bad Taste Records/Phonag)
Sieh mal einer an: Eine neues LDOA-Album. Genauso gut könnte das Album aber auch unter dem Namen Karl Larsson erscheinen, der Sänger/Gitarrist/Songschreiber ist nämlich das einzige Überbleibsel von dem, was vor 10 Jahren als Last Days Of April begann. Bereits zum zweiten Mal mit an Bord ist Logh-Bassist Mathias Oldén, der wiederum Bass spielte und - gemeinsam mit Johan Gustafsson und Pelle Gunnerfeldt - das Werk aufnahm. Johan's Randy-Kollege Fredrik Granberg spielt Schlagzeug, Logh-Sänger/Gitarrist Mattias Friberg übernimmt für zwei Songs die Gitarre. Eine fast schon familiäre Angelegenheit also, dieses Album. Dass ich nun schon mehrere Zeilen mit Namen gefüllt habe, ohne was über die Musik zu sagen, hat einen einfachen Grund: Die Musik ist irgendwie nicht der Rede wert. Karl hat mit seinen bisherigen Alben alles gesagt, wer das Kernstück seiner Diskographie - die Alben "Angel Youth", "Ascend To The Stars" und "If You Lose It" - besitzt, hat alles was er braucht. Ich hab die Band mal geliebt, jetzt plätschert ihre Musik irgendwie an mir vorbei. Ok, "Melbourne" ist ein sehr guter Song, aber ein Treffer ist einfach zu wenig, für eine Band mit einer solchen Vergangenheit.



Kommentare