Det var jättebra! Starmarket endlich mal wieder in der Schweiz, Eintritt schlappe 5 (!) Franken, grosses Bier für 4 Franken. Kann ein Konzertabend schöner sein?
Er könnte, wenn es nicht Dienstagabend wär und wenn sich Anfang März die Schweiz nicht in eine Eiswüste verwandelt hätte, was dazu führt dass in der Kalkbreite die Temperaturen nah beim Gefrierpunkt sind. Immerhin bleibt so das Bier schön kühl und ein Konzert mit Jacke und Kappe ist ja auch mal was Besonderes. Und eigentlich auch ganz passend, schliesslich stammen Starmarket ursprünglich aus dem ganz hohen Norden Schwedens, sind mittlerweile aber wie viele andere Bands nach Stockholm übergesiedelt.

Doch bevor Starmarket die Bühne betraten, gaben The Rabbit Theory aus Zürich eine Kostprobe ihres Könnens. Entstanden aus Überresten von A Part Of It lehnt sich dieses Postrock-Trio deutlich an Grössen wie Fugazi oder At The Drive-In an, Vergleiche könnten auch zu Honey For Petzi gezogen werden. Die Show ist unspektakulär aber die Songs sind gross. Spröde und abstrakt zum Teil, aber definitiv gut. Muss man im Auge behalten, diese Band!

Dann tritt eine Band ohne Namen auf die Bühne, die uns drei sehr kurze Noise-Math-Core-Songs an den Kopf schmeisst und sogleich wieder von der Bühne verschwindet. Was war das denn? Vor allem der zuckende Bassist sorgte für Aufsehen.

Dann: Starmarket. Mit neuer Besetzung, wie mir auffiel. Sänger und Gitarrist Frederik ist noch an Bord, ebenso Drummer Pontus. Gitarre und Bass werden jedoch von neuen Leuten bedient. Mit einem davon, dem Gitarristen und zweiten Sänger Andreas, hab ich in der Pause kurz geplaudert. Als ich beim Merch-Stand eine EP der mir bis anhin unbekannten Band Torpedo entdeckte, die mit einem Aufkleber "Members of Starmarket, Tiger Lou and The Je Ne Sais Quoi" auf sich aufmerksam machte und mich damit auch prompt zum Kauf animierte, sprach mich Andreas freudenstrahlend an und sagte, dass dies seine Band sei. Woraufhin Drummer Pontus, der daneben stand, dazwischen rief, dass es seine Band sei... Egal, Torpedo haben mit "Anticlockwise" eine sehr empfehlenswerte EP abgeliefert, deren Indie-Post-Wave-Klänge Freunden von Bloc Party und Konsorten gefallen sollte.

Aber zurück zum Hauptact des Abends. Starmarket begannen mit "Baby's Coming Back" vom "Emo"-Album "Four Hours Light". Was folgte war ein sehr rockiges Set, wie schon zuletzt als ich die Band im Bogen 13 gesehen habe. Die ruhigen Songs blieben mehrheitlich aussen vor, dafür wurde fast die komplette "Calendar" EP durchgespielt. Natürlich waren auch neue Songs von "Abandon Time" zu hören, wobei sich "Cologne" und "Redundance", meine Favoriten des Albums, auch live als Hits entpuppten. Zu meiner allergrössten Freude spielten Starmarket diesmal auch "Repetition". Der Opener des Zweitwerks "Sunday's Worst Enemy" gehört für mich zu den grössten Indie/Emo-Punk-Songs aller Zeiten!

Überhaupt, es war ein äusserst schöner Abend für mich. Starmarket waren eine der ersten "Indie"-Bands, die ich als einstiger Melodic-Punk-Hörer entdeckte und im Verlauf des Konzertes merkte ich, wie sehr mich ihre Songs in den letzten Jahren begleitet haben. Dass die Darbietung der Songs zudem recht energetisch und roh war und sich die Band in Bestform zeigte, das machte den Abend nur noch besser. Auf dem Heimweg durchs bitterkalte Zürich, weit nach Mitternacht und im Wissen um eine kurze Nacht war mir klar: Starmarket gehören nachwievor zu meinen musikalischen Helden.

www.starmarket.nu
www.quiet.ch/therabbittheory
www.torpedo.se