7dollartaxi london

Schweizer lehren London den Rock'nRoll
Hierzulande nimmt man 7 Dollar Taxi seit gut einem Jahr richtig wahr. Nämlich seit der Erscheinung ihres beachtlichen Debuts "Come And Figure It Out". Und bereits jetzt gelten sie, zusammen mit der jungen Basler Rock-Combo Navel, als eine der vielversprechendsten Newcomer der Schweizer Musiklandschaft.

Dass sie sich auch international behaupten können, haben sie am vergangenen Wochenende bewiesen. Drei Konzerte spielten sie in London und jedes übertraf das Vorhergehende. Den Abschluss machte das Konzert im Dublin Castle, Camden. Ja, das ist dort, wo Techno-Aliens, Rastafaris, Dealer, Musiker, Junkies und Outlaws sich gute Nacht sagen. Zwei Blocks vom berühmt-berüchtigten Camden Lock Market weg.

London, eine Stadt mit 7.5 Millionen Einwohner. Die Stadt in der man für ein WG-Zimmer den Preis einer Schweizer 4-Zimmerwohnung bezahlt. Die Stadt in der man Model, Rockstar, Künstler und Schauspieler werden kann. Wenn man in all den Strassen zufällig dem Glück begegnet.

Die Luzerner 7 Dollar Taxi jedenfalls lehrten die Londoner den Rock'nRoll. Die beiden anderen englischen Acts, sowie Dunno aus Barcelona waren schlichtweg begeistert von 7 Dollar Taxi's Performance. Mädchen in Pettycoats schwangen pausenlos ihre Hüften zu 7 Dollar Taxi's Musik. Und nur zu deren Musik. Frenetischer Beifall und Jubelrufe kamen selbst für die Band unerwartet, angesichts der Tatsache, dass in London täglich hundert Bands versuchen ein paar neue Fans zu begeistern.

Songwriter, Sänger und Gitarrist Tizian von Arx zum Auftritt im Dublin Castle, London:
Kleine, aber feine Venue, würds mal mit dem Abart vergleichen. Wohlwissend, wer schon alles auf dieser Bühne gestanden hat (Madness in den 70ern, Travis, Libertines, Arctic Monkeys in der heutigen Zeit), fühlt man sich eher gross als klein. Die Stimmung war super, irgendwie waren wir eins mit dem Raum und den Leuten.

Und das merkte man auch. London ist ein hartes Pflaster für Bands. Es gibt keine Gage, kein Essen und noch nicht mal freie Getränke für die Band. Und das bei Bier-Preisen von bis zu CHF 9.- das Pint!!

7dollartaxi dublin castle

Tizian zur Frage, wie er die drei Konzerte in London empfunden hat:
An und für sich schon sehr anstrengend. Zu siebt durch London zu ziehen, im Feierabendverkehr anderthalb Stunden ins "Armenviertel" zu fahren, quite tiring. Aber sicher ne super Erfahrung für uns, wir haben gemerkt, dass wir auch vor englischem Publikum bestehen können, aber auch, dass es wohl nicht das Leichteste ist, sich in der Hauptstadt einen Namen zu machen. Die Publikumsresonanz hat mich teilweise überrascht, hätte weniger erwartet! In einer Stadt, in der jede Woche die besten bands der Welt aufspielen und jeden Abend für 3-5£ gute Newcomerbands gesehen werden können, hätte ich nicht mal gedacht, dass wir als dort unbekannte CH-Band Applaus ernten würden.

Und, wie fühlt man sich in London Konzerte spielen zu können?
Man lernt die Schweizer Konzert-Kultur zu schätzen, wirklich. Bis sich eine Band einen Namen erspielt hat und an jedes Konzert 100 Leute kommen, ist es schon hart. Kein Nachtessen, keine Gratis-Getränke, keine Gage, und ach ja, ein Zigaretten-Päckli kostet bald mal 14 Franken, ist schon schoggi in der Schweiz. Doch trotz all der Nachteile, es ist das Mekka der Indie-Musik und wir wollen bald zurück.

Da können die Londoner nur hoffen. Denn obwohl die Engländer den Rock erfunden haben, hat 7 Dollar Taxi es geschafft ihn zu perfektionieren.

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