Geigen-Punk war gestern...
Vor drei Jahren gelang Yellowcard mit ihrem Major-Debüt „Ocean Avenue“ der grosse Durchbruch. Songs wie der Titeltrack oder „Empty Apartment“ gehören auch heute noch zum Besten, was das Genre namens Poppunk zu bieten hat. Leider war der Rest schnell vergessen, zu sehr glichen sich die Tracks. Das hat sich nun geändert. Poppunk ist nur noch vereinzelt zu hören, zum grössten Teil handelt es sich bei „Lights And Sounds“ ganz einfach um moderne Rockmusik.

Begonnen wir mit einem Instrumental-Intro, wie es momentan ja schwer angesagt ist. Ziemlich überflüssig, und irgendwie vertraut. Kennt jemand noch Emilia? Ja, genau, das „Big Big Girl“! Denn dieses Intro erinnert sehr stark an diesen einen Hit der süssen Schwedin... Aber keine Angst, es kommt besser. Viel besser! Der darauffolgende Titelsong reisst dann gleich ordentlich mit. „Sure Thing Falling“ gehört zum Besten, was Yellowcard bisher veröffentlicht haben. Das darauffolgende „City Of Devily“ schaltet dann einen Gang zurück und schafft es leider nicht ganz, den opulenten Kitsch zu umschiffen. „Rough Landing“ erinnert kurz noch einmal an vergangene Poppunk-Tage. Der obligate akustische Ausflug endet unerwartet erfreulich; „Two Weeks From Twenty“ ist ein lockeres Lagerfeureliedlein, wie es scheint. Wer aber genauer hinhört, erkennt, dass es sich dabei um eine rührende, wenn auch erfundene Geschichte von einem Jungen Mann handelt, der zwei Wochen vor seinem 20. Geburtstag im Irakkrieg ums Leben kommt. Ungewohnt, aber gut. Gute Songs sind sowieso haufenweise vorhanden. Dass nicht alle 14 Tracks von A bis Z begeistern können, kann natürlich nicht erwartet werden. Ach ja, natürlich muss noch erwähnt werden, dass bei Yelloward ein Violinenspieler als festes Bandmitglied dabei ist. Das fällt zwar nicht besonders auf, verleiht dem einen oder anderen Stück jedoch eine willkommene Abwechslung.

Mit „Lights And Sounds“ haben es Yellowcard geschafft, das zu übertreffen, was man von ihnen erwarten durfte. „Ocean Avenue“ war noch eine Sommerplatte. Das neue Werk soll getrost auch darüber hinaus gehört werden. Für die Champions League reicht es noch nicht ganz, aber für den Anfang ist der Uefa Cup doch auch nicht übel, oder?

6/10

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