Grossartiges kündigt sich in Form einer 4-Track-EP an...
Sub Pop wird von (zu) vielen Leuten noch immer als "Grunge-Label" wahrgenommen. Klar, Nirvana dürften auf ewig die wichtigste Band sein, die auf dem Label aus Seattle Platten veröffentlicht hat. Aber gerade in den letzten Jahren hat Sub Pop mit Alben von The Postal Service, Hot Hot Heat oder The Shins bewiesen, dass es den Grunge-Boom (und Niedergang) längst überwunden hat und man mittlerweile mit Sub Pop auch in Sachen intelligenter Popmusik rechnen muss. Das nächste Highlight des Label-Katalogs steht uns am 27. September bevor, wenn Wolf Parades Album "Apologies To The Queen Mary" erscheint. Einen Vorgeschmack aufs Album bietet die selbstbetitelte EP, die neben 2 Songs vom kommenden Album auch 2 exklusive Songs zu bieten hat.

"Shine A Light", der erste der beiden Albumtracks, ist ein stoisch nach vorne treibender Indie-Rock-Song mit dominanten Keyboards und einer Melodieführung die sich - einmal mehr in diesem Jahr - an David Byrne orientiert. Dazu kommt ein "Huu-uuh"-Chor im Refrain, der an Arcade Fire erinnert (deren Bassist Tim Kingsbury bei diesem Song am Bass zu hören ist). Das anschliessende "You Are A Runner And I Am My Fathers Son"
besticht durch das schleppende Drumming, während die Vocals ganz eindeutig in Richtung Modest Mouse schielen (deren Sänger Isaac Brock hat den Song übrigens mitproduziert und die Band - so wird erzählt - den Sub Pop-A&R's schmackhaft gemacht).

Die beiden folgenden Non-Album-Tracks werden von der Pop-Geschmackspolizei Pitchforkmedia in einem Nebensatz abgehandelt, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, denn meines Erachtens stehen sie den ersten beiden in nichts nach und machen den Kauf der EP eigentlich erst interessant. "Disco Sheets" stellt für mich das Highlight der EP dar. Ein kurzer Disco-Rocker (nur ein Intro, eine Strophe, einen Refrain und ein Outro lang), der's aber in sich hat. Off-Beat-Hi-Hat-Drums und Kopfstimme in der Strophe, rhythmischer Marschhalt im Refrain, verdammt eingängige Synthie-Linie die sich durch den ganzen Song zieht. Der vierte und letzte Song "Lousy Pictures" bietet ähnliche Kost wie der Opener "Shine A Light", überrascht aber mit einem kurzen Tango-artigen Zwischenteil.

Den 27. September muss sich jeder, der Gefallen an Modest Mouse, Arcade Fire und ähnlich unkonventionellen Grenzgängern zwischen Indie-Rock und Pop findet, dick in der Agenda anstreichen. Wer sich nicht so lange gedulden kann, sollte sich unverzüglich diese EP erwerben.

8/10

Ähnliche Interpreten:
Modest Mouse
Arcade Fire

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