Das fünfte Album der Mitbegründer des Indierock
Weezer polarisieren, und mit jedem Album ein bisschen mehr. Viele Stimmen sagen, das „Make Believe“ wohl die wichtigste Platte der Weezer-Karriere sein wird, und mindestens ebenso viele Stimmen behaupten, dass Weezer mit „Make Believe“ nun wohl endgültig in den College-Rock-Bubble-Gum-Wheatus Abgrund gestürzt seien. Weezer ist das egal. Denn sie haben gelernt ihre Musik in erster Linie für sich selbst zu machen. Warum um Himmelswillen bringen sie dann kein zweites Pinkerton mehr?

Den Release schon für Anfang 2004 angekündigt, dann das Gerücht, dass die Aufnahmen nun doch ohne Meisterproduzent Rick Rubin stattfinden werden und man noch mal von vorne beginnen will, dann das Dementi, dann wieder ein kleiner Unterbruch, weil Rivers noch kurz sein Harvard-Semester zu Ende studieren will und jetzt endlich ist es soweit.

Dass „The Blue Album“ zum Grundstein des Indierocks gehört, ist klar. Dass „Pinkerton“ zu den ehrlichsten, und meiner Meinung nach, besten Alben aller Zeiten gehört, ist noch klarer. Aber wo soll „Make Believe“ hingehören?

Über den ersten Schock der Vorabsingle „Beverly Hills“ bin ich mittlerweile hinweg, obwohl ich immer noch nicht verstehe, wie das Rolling Stone magazine „Beverly Hills“ als „one of Weezer’s best-ever pop songs“ bezeichnen kann. Wie kann man es wagen „Beverly Hills“ mit einem Song wie „Buddy Holly“ zu vergleichen? Das ist, als würde ich Opas Krückstock mit einem Lamborghini Murcielago gleichsetzen.
Auch die Behauptung, dass „Make Believe“ in Sachen Erlichkeit wieder an ein „Pinkerton“ herankommen soll, kann ich höchstens beim lesen der Lyrics nachvollziehen.
„Perfect Situation“ hätte gut auf das grüne Album gepasst, und „We Are All On Drugs“ eher auf Maladroit, aber von Pinkerton fehlt jede Spur. Überhaupt hätte man den Grossteil der Songs von „Make Believe“ ganz gut und unauffällig auf dem grünen Album oder auch „Maladroit“ verstecken können. Einzig „This Is Such A Pity“ mit seiner 80er Jahre Synthi-Linie und “Freak Me Out” mit der hübschen Flageolett-Idee zeigen richtig neue Seiten von Weezer.
Wenn man sich damit abfinden kann, dass die Pinkerton-Ära der Vergangenheit angehört, wird man von „Make Believe“ alles andere als enttäuscht.

„Make Believe“ ist Weezer in seiner melancholischsten Form, voll von River Cuomo’s wehklagendem Gesang, haufenweise Wohohoh’s und den unverkennbaren im Gehörgang festklebenden Weezer-Melodien. Alles in allem kein leuchtender Stern einer jeden CD-Sammlung, aber eine wunderbare Abwechslung zum momentanen 70’s-Revival-Sumpf.

7/10

Ozma
Rooney
That Dog
The Rentals
Chopper One


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