Melancholische Lebensfreude.
Der offizielle Pressetext von We Invented Paris beschreibt deren Musik als melancholische Lebensfreude. Treffender könnte das Gefühl, das mit diesen zwölf Songs vermittelt wird, gar nicht beschrieben werden. We Invented Paris ist ein internationales Künstlerkollektiv um den Basler Frontmann Flavian Graber. Die Band besteht erst seit Mitte 2010, was angesichts der umfangreichen Konzerthistorie ziemlich beeindruckend ist: Unter anderem waren Support Shows von Kettcar und The Pains Of Being Pure At Heart dabei.

Mit "Busker" und "View That Almost Kills" beginnt das Album mit zwei grossartigen Stücken, die angenehm an die Anfangsphase von Noah & The Whale erinnern. Die bereits von ihrer letztjährigen Tour EP bekannte Single "Iceberg" könnte, vor allem der Gitarren- und Rhythmusarbeit wegen, ein Dredg-Song, für den sie sich nicht zu schämen brauchen, sein. Die aufwändig orchestrierten Parts stehen den pathetischen Coldplay Momenten in nichts nach, und beim experimentellen "More" driftet man sogar in Radiohead-Gefilde ab. Mein persönlicher Höhepunkt ist allerdings das herzerwärmende, halb englisch, halb französisch vorgetragene "Bohème".

Für mich liegt hier ganz klar das Schweizer Album des Jahres vor. Und das nur ein paar Monate, nach-dem Chewy ihr Comeback gaben. Respekt, und weiter so!



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