andrew sufjan stevens jenslekman

Mit Andrew Bird, Sufjan Stevens und Jens Lekman.
Nicht nur Wave-Rock hatte 2005 Hochkonjunktur. Auch in der Singer/Songwriter-Ecke tat sich einiges. Allen voran eroberten Antony & The Johnsons die Musik-Welt mit dem Überalbum "I Am A Bird Now". Und mein persönliches Highlight des Jahres, das selbstbetitelte Debut von Troy Von Balthazar, lässt sich ebenfalls diesem Genre zuordnen. Hier drei weitere Perlen, die bis anhin im BANDS Magazine noch nicht vorgestellt worden sind:

ab
ANDREW BIRD - The Mysterious Production Of Eggs (Fargo/Irascible)
Sufjan Stevens, dessen Album ich gleich anschliessend vorstellen werde, hat in den Jahresrückblicken mehr Aufmerksamkeit erlangt als Andrew Bird, aber ich wage zu behaupten, dass "The Mysterious Production Of Eggs" die tollste Singer/Songwriter-Platte des Jahres geworden ist. Keiner pfeift so schön wie Andrew Bird und keiner hat schönere Streicher-Arrangements! Aber hört euch doch einfach "A Nervous Tic Motion Of The Head To The Left"
an und ihr werdet schon merken was ich meine.
9/10

sufjan
SUFJAN STEVENS - Come On Feel The Illinoise (Rough Trade/Phonag)
Der Mann hat sie nicht mehr alle. Sufjan Stevens plant doch tatsächlich über jeden Bundesstaat der USA ein Album zu schreiben. Nach Michigan widmet er sich auf seinem zweiten Album dem Staat Illinois. Von dort stammt der Serienmörder John Wayne Gacy Jr., dem Sufjan Stevens das vielleicht schönste Lied des Jahres widmet. Nebst dieser tieftraurigen Ballade finden sich auch flottere Songs wie das karibisch anmutende Titelstück, das in der Mitte The Cure's "Close To Me" zitiert, auf dem Album. Die Arrangements nehmen zuweilen bombastische Züge an; Chöre, Streicher und tausend andere Instrumente buhlen um des Hörers Aufmerksamkeit. Einziges Manko der Platte: Mit 22 Songs und 74 Minuten Spielzeit ist sie mir schlicht zu lang, jedes Mal wenn ich sie mir anhöre, lässt meine Aufmerksamkeit irgendwo zwischen Song 16 ("They Are Night Zombies!! They Are Neighbors!! They Have Come Back From The Dead!! Ahhhh!") und 18 ("In This Temple, As In The Hearts Of Man For Whom He Saved The Earth") nach. Ist aber eigentlich mein Problem, nicht das des Albums...
9/10

jens
JENS LEKMAN - Oh, You're So Silent Jens (Secretly Canadian/Irascible)
Jens Lekman ist ein Crooner, seine dunkle Stimme zergeht in meinen Gehörgängen wir zartbittere Schokolade auf der Zunge. "Oh, You're So Silent Jens" ist eine Sammlung von EP-Tracks aus den Jahren 2003 und 2004. Ganz toll ist etwa "Maple Leaves", das deutlich macht, dass sich Lekman in den Sechzigern wohler fühlen würde als in der Gegenwart. Zuweilen liebäugelt mir Jens zu sehr mit Easy Listening-Sounds, weshalb ich ihm ein paar Punkte weniger verleihe als Andrew und Sufjan. Andererseits hat er mit "I Saw Her In The Anti War Demonstration" einen herrlich bekloppten Hit an Bord.
7/10