valium21

Nische zu vergeben.
Nischen sind da, um gefunden und besetzt zu werden. Indierock mit schweizerdeutschen Texten etwa ist eine Nische, in der es noch viel Platz gibt. Vielleicht sollte diese Nische aber auch besser unbesetzt bleiben, die bisherigen Besetzer vermochten mich jedenfalls nicht wirklich zu begeistern (was vielleicht daran liegt, dass ich grundsätzlich kein besonders überzeugter Anhänger unseres Idioms bin, so schreib ich meine Mails und SMS bis heute auf Hochdeutsch). Les Amis De Juliette aus der Ostschweiz waren die ersten mir bekannten, Plankton die bislang überzeugendsten. Valium 21 sind die jüngsten in dieser Reihe, aber auch sie lassen mich keine Freudentänze aufführen.

Musikalisch gibt's an "Sonarzwilling" wenig zu meckern. Die Mischung aus Coldplay, Placebo, einer Prise Appleseed Cast und etwas Mogwai ist zwar nicht gerade originell, aber durchaus gefällig. Leider ist die Produktion - gerade für diese Art von Musik - sehr schmalbrüstig ausgefallen. Das Schlagzeug müsste voller klingen, die Gitarren fordernder, der Bass bauchiger. Mein wirkliches Problem mit Valium 21 liegt aber anderswo: Den Gesang, den verkrafte ich leider überhaupt nicht. Die eher belanglosen schweizerdeutschen Texte sind das eine, die süssliche Stimme das andere. Es ist lobenswert, dass für einmal Mundart-Rock mit einem ansprechenden musikalischen Unterbau versehen ist – Plüsch und Co. zeichnen sich ja durch unglaublich einfallslose Rockstandards aus – aber wenn dann der Gesang Stein des Anstosses ist, läuft auch etwas falsch. Einziger Song den ich mir wiederholt anhören kann ist deshalb der Opener "Aurora" - ein Instrumental...

5/10

Ähnliche Interpreten:
Les Amis De Juliette (R.I.P.)
Plankton

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