21. Juni 2005
TURBONEGRO - Party Animals (Burning Heart/Phonag)

Hinter dem dümmlichen Cover verbirgt sich eine mittelmässige und viel zu glatte Scheibe. Gefährlichkeit ade, hier kommt Gefälligkeit.
Turbonegro-Bassist Happy-Tom könnte den aktuellen Status seiner Band nicht treffender bezeichnen. OK, er fügt dem obenstehenden Satz im Release-Info-Blatt noch an "We started up as a parody but ended up as a revolution", aber das kann getrost als Marketing-Gefasel abgetan werden. Denn: "Party Animals" ist sicher alles andere als eine Revolution, es ist - wie der Name vermuten lässt - ein Party-Rock-Album, das wohl bloss mit viel Alkohol im Blut richtig zu geniessen ist.
Die Turbojugend-Mitglieder werden mit Sicherheit auch das neuste Machwerk ihrer Helden als Offenbarung verstehen, aber ganz nüchtern (und das ist jetzt wörtlich zu verstehen) betrachtet sind die meisten Songs auf "Party Animals" nichts anderes als Abklatsch vom Abklatsch. Vielleicht würde mein Urteil etwas weniger streng ausfallen, wenn Turbonegro nicht schon mit dem Vorgänger "Scandinavian Leather" ein eher durchzogenes Werk abgeliefert hätten, das auch nicht an die Klasse der Vorgänger "Apocalypse Dudes" und "Ass Cobra" heran reichen konnte.
Gut, ein paar geniessbare Momente hat auch "Party Animals" zu bieten. "Final Warning" mit Nick Olivieri als Gastsänger und reichlich schräger Orchestrierung gefällt, "Wasted Again", die schmissige Punkrock-Nummer mit Keith Morris (Circle Jerks) ebenfalls. "City Of Satan" hingegen nervt mit "We Will Rock You"-Beat und schnulzigen Streichern. Die Punkrock- und Hardcore-Momente beschränken sich aufs Minimum, abgedroschener Poser-Hardrock übernimmt leider zunehmends das Zepter. Unterm Strich: Ein mittelmässiges Album einer Band, die allmählich an Bedeutung verliert...
Oder hab ich da einfach den Witz noch nicht kapiert?
5/10
Ähnliche Interpreten:
Guns 'n' Roses
Hellacopters
www.turbonegro.com



Kommentare
Aber das Cover wird deswegen nicht schöner. Ich hätte nicht schreiben sollen "dümmlich" sondern "hässlich"...