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Bezaubernder Lo-Fi-Pop des ehemaligen Chokebore-Sängers.
"One day I'll make money like a real man" singt Troy Von Balthazar im ersten Song "Took Some $$$"
. Bis es soweit ist, tingelt er weiterhin durch die Welt (vorwiegend Europa) und bezaubert mit seinen fragmentarischen, spärlich instrumentierten Songs. Sein Gesang: fragil. Seine Texte: kryptisch. Seine Musik: wunderschön. Wobei ich vorweg schicken muss, dass sich mir die ganze Grösse des vorliegenden Albums erst nach dem Besuch eines seiner Konzerte offenbarte. Denn was sich auf Platte beim ersten Hören noch etwas unspektakulär anhören mag, erhält durch Troy's Live-Performance (ein Wort das er übrigens nicht besonders mag: "I'm not performing, that's just how I am!", meinte er im Interview) das sprichwörtliche gewisse Etwas.

Die Musik auf seinem selbstbetitelten ersten Album lässt sich am besten mit dem Begriff "Lo-Fi" umschreiben. Die Gitarren kratzen, die Beats stammen vom Casio-Kinder-Keyboard. Die meisten Songs kreisen um ein einzelnes Gitarrenmotiv, über welches er Gitarrenmelodien, Stimmen und weitere Instrumente schichtet.

Meine aktuellen Lieblingssongs des Albums sind "Dogs" mit der ebenso simplen wie genialen Textzeile "Bad people happen to things like me" und einer charmanten Gastsängerin sowie "Numbers", ein 77 Sekunden kurzes Kleinod. Ein paar Klaviertöne aus einem kleinen Kassettenrekorder, dazu Troy's brüchige Stimme. Fertig ist der vielleicht schönste Song des Jahres! Aber auch das verstörende "Bad Controller" oder das abschliessende "Heroic Little Sister" sind grossartige Kleinstkunstwerke. Eigentlich müsste ich an dieser Stelle auch jeden weiteren der 14 Songs erwähnen; wenn ich's nicht tue dann nur deshalb, um die Lobeshymne nicht allzu sehr ausufern zu lassen...

Er möchte Musik machen, die menschlich ist, meint Troy. Unperfekt, fragil, intim. Das ist ihm vollends gelungen. Mehr noch, er hat die Freuden und Abgründe der menschlichen Existenz vertont und damit eines der schönsten Alben der vergangenen Jahre aufgenommen. Chapeau!

10/10

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Elliott Smith

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