27. Januar 2006
TRASH-SPECIAL
Man kann mir vorwerfen, dass ich in diesem Special Kraut und Rüben durcheinander bringe. Gut möglich, aber sowohl das Quintron- wie das Beat-Man/Herpes-Album kümmern sich einen Scheiss um musikalische Konventionen oder Produktionsstandards und es kommt mir beim besten Willen keine andere Schublade als die mit der Bezeichnung "Trash" in den Sinn, was aber keinesfalls als "Müll" missverstanden werden soll. Eher: Abkehr von den üblichen Hörgewohnheiten als eigenständige Kunstform. Oder so was in der Art...

QUINTRON & MISS PUSSYCAT - Swamp Tech (Rhimestone/RecRec)
Uuh, wie zum Teufel soll man das bezeichnen, was Quintron & Miss Pussycat da von sich geben? Elektro-Pop-Trash-Soul? Wenn Miss Pussycat singt (etwa bei "Fly Like A Rat") lassen Le Tigre grüssen. Manchmal klingen auch The Kills durch, wobei Quintron & Miss Pussycat auf dreckige Gitarren verzichten und der Orgel und dem Synthie den Vorrang lassen. Sixties-Orgel-Rock meets Trash-Techno-Rhythmen. Dass dabei was Hochexplosives rauskommt ist klar. Nur wird's (mir persönlich) nach ein paar Songs etwas zu eindimensional, so dass ich das Album an einem Stück nicht geniessen kann...

REVEREND BEAT-MAN & THE CHURCH OF HERPES - Your Favourite Position Is On Your Knees (Voodoo Rhythm/RecRec)
Reverend Beat-Man ist die vielleicht obskurste Erscheinung im Schweizer Musikschaffen. Ob mit The Monsters, als Solo-Projekt Reverend Beat-Man oder mit The Zorros, der Mann verkörpert Rock 'n' Roll (meist mit den neudeutschen Adjektiven garagig oder trashig versehen) wie kein anderer hierzulande. Was mag geschehen, wenn er sich mit der Analog-Elektro-Industrial-Noise-Band Herpes-ö-Deluxe (ebenfalls Berner) zusammentut? Richtig, Musik die dem Hörer einiges abverlangt. Oder wie's im Info-Blatt heisst:
"This is music for people who have the blues and who want it even worse, music to beat yourself with your fist to the head till you bleed, music to make situations you are in even worse... This record is all totally wrong and leads you on the wrong track of life... So we warn you here on Voodoo Rhythm Records... If you are already a person with complicating problems such as drug abusing or strange girl- or boyfriends then better leave this record in the record shop and buy the new Green Day album instead..."
Es fiepst gewaltig, Beat-Man's markerschütterndes Organ nimmt es aber problemlos mit der Elektro-Wand auf. Höhepunkt dieses "Duells" ist "Blue Suede Shoes": A Capella trifft auf Noise-Gefiepse. Für diese abgefahrene Version des Klassikers würden Die-Hard-Elvis (bzw. Carl Perkins) Fans Beat-Man und Co. wohl sogleich lynchen. Alle anderen (Lärm-Toleranz vorausgesetzt) dürften daran Gefallen finden. Eine fast schon morbide Schönheit entfaltet das Album in den ruhigeren Momenten, etwa bei "Home" und "A Letter". "Prophecy" wiederum klingt wie ein Seemannssong, vorgetragen von einen todkranken und sturzbetrunkenen Seemann. Aber Achtung: nach spätestens 10 Minuten am Stück verursacht dieses Album Kopfschmerzen, Depressionen oder gar Schlimmeres. Bedingt empfehlenswert also, da nur für Hartgesottene.

QUINTRON & MISS PUSSYCAT - Swamp Tech (Rhimestone/RecRec)
Uuh, wie zum Teufel soll man das bezeichnen, was Quintron & Miss Pussycat da von sich geben? Elektro-Pop-Trash-Soul? Wenn Miss Pussycat singt (etwa bei "Fly Like A Rat") lassen Le Tigre grüssen. Manchmal klingen auch The Kills durch, wobei Quintron & Miss Pussycat auf dreckige Gitarren verzichten und der Orgel und dem Synthie den Vorrang lassen. Sixties-Orgel-Rock meets Trash-Techno-Rhythmen. Dass dabei was Hochexplosives rauskommt ist klar. Nur wird's (mir persönlich) nach ein paar Songs etwas zu eindimensional, so dass ich das Album an einem Stück nicht geniessen kann...

REVEREND BEAT-MAN & THE CHURCH OF HERPES - Your Favourite Position Is On Your Knees (Voodoo Rhythm/RecRec)
Reverend Beat-Man ist die vielleicht obskurste Erscheinung im Schweizer Musikschaffen. Ob mit The Monsters, als Solo-Projekt Reverend Beat-Man oder mit The Zorros, der Mann verkörpert Rock 'n' Roll (meist mit den neudeutschen Adjektiven garagig oder trashig versehen) wie kein anderer hierzulande. Was mag geschehen, wenn er sich mit der Analog-Elektro-Industrial-Noise-Band Herpes-ö-Deluxe (ebenfalls Berner) zusammentut? Richtig, Musik die dem Hörer einiges abverlangt. Oder wie's im Info-Blatt heisst:
"This is music for people who have the blues and who want it even worse, music to beat yourself with your fist to the head till you bleed, music to make situations you are in even worse... This record is all totally wrong and leads you on the wrong track of life... So we warn you here on Voodoo Rhythm Records... If you are already a person with complicating problems such as drug abusing or strange girl- or boyfriends then better leave this record in the record shop and buy the new Green Day album instead..."
Es fiepst gewaltig, Beat-Man's markerschütterndes Organ nimmt es aber problemlos mit der Elektro-Wand auf. Höhepunkt dieses "Duells" ist "Blue Suede Shoes": A Capella trifft auf Noise-Gefiepse. Für diese abgefahrene Version des Klassikers würden Die-Hard-Elvis (bzw. Carl Perkins) Fans Beat-Man und Co. wohl sogleich lynchen. Alle anderen (Lärm-Toleranz vorausgesetzt) dürften daran Gefallen finden. Eine fast schon morbide Schönheit entfaltet das Album in den ruhigeren Momenten, etwa bei "Home" und "A Letter". "Prophecy" wiederum klingt wie ein Seemannssong, vorgetragen von einen todkranken und sturzbetrunkenen Seemann. Aber Achtung: nach spätestens 10 Minuten am Stück verursacht dieses Album Kopfschmerzen, Depressionen oder gar Schlimmeres. Bedingt empfehlenswert also, da nur für Hartgesottene.





Kommentare
Um es mit den BornBad Liner Notes zu sagen: "Throughout the history of rock 'n' roll there has been those creatures that dwelt on the fringe, rock 'n' roll's twilight zone. Deranged visionaries who took their music to the edge, and sometimes over." Quintron und auch Beat-Man gehören zu diesen "crazed beings".