Grössenwahn.
Mit der englischen Band The Verve wagt eine weitere in den 90ern aufgelöste Band das Comeback. Nach ihren neo-psychedelischen Anfängen schafften sie 1997 den Durchbruch und wurden dank Songs wie "The Drugs Don't Work" und vor allem "Bitter Sweet Symphony" auch dem Mainstreampublikum ein Begriff. Bandinterne Unstimmigkeiten führten kurz darauf jedoch zur Bandauflösung, danach versuchte sich Richard Ashcroft auf Solopfaden. Leider, mit ein paar wenigen Ausnahmen, nie über dem Mittelmass.

Nun sind sie also zurück. Britpopfans konnten es kaum erwarten, viel wurde darüber berichtet. Und jetzt fragt man sich: Ist das wirklich alles? Zehn Songs zwischen fünfeinhalb und acht Minuten. Eine Single, die durchaus Wiedererkennungswert besitzt und mir persönlich gefällt, dem Kommerzradiohörer mit dem Hintergrundgejaule aber wohl eher auf die Nerven gehen wird. Und der Rest? Der klingt oftmals einfach nach einer pompös instrumentierten, ziel- und endlosen Jamsession. Lichtblicke wie "Judas" oder "Valium Skies" gibt's leider viel zu selten.

Es scheint wen wenig, als wolle Richard Ashcroft mit "Forth" Pink Floyd beerben, ohne einen Plan dafür zu haben. Ein paar zündende Ideen wären schon wünschenswert gewesen. Denn diese zehn Songs dürften sogar viele alteingesessene Psychedelic-Fans langweilen. Es mehren sich bereits wieder Gerüchte, die Band stehe vor einem erneuten Aus. Dieses Mal wäre es für die Musikwelt definitiv ein kleinerer Verlust als noch vor zehn Jahren.

www.theverve.co.uk
www.myspace.com/theverve