I wanna live on the stage.
“Cakewalk” ist ja mal ein ganz mutiger Opener. Ein schleichender Folkpopsong, der aus gerade mal aus folgenden zwei in die Länge gezogenen Sätze besteht.

I want to live on a stage,
I want to play the guitar,
and I want to get paid.
No responsibilities please,
I want to do what I want,
and I want to get paid.


Jaja, welchem mittellosen Musiker spricht das nicht aus tiefstem Herzen? Von den Emo-Anfangstagen ist, mit Ausnahme des Gesangs, gar nichts mehr zu Hören. Der Weg, der mit dem Vorgänger „Mander Salis“ eingeschlagen wurde, wird nun mit „Cotton Teeth“ konsequent weitergegangen. Noch ein bisschen weniger Indierock, mehr Pop, mehr Piano, mehr Alternative Country. Der Legende nach hat sich die Band vor den Aufnahmen in ein einsames Haus auf dem Land zurückgezogen, um alte Dylan- und Pink Floyd-Platten zu hören. Das merkt man. Eine gewisse Affinität zum Hippie-Dasein ist ist „Cotton Teeth“ über das ganze Album hinweg nicht abzusprechen. Das siebenminütige „Electronic Dream Plant“ etwa wird mit einem ausufernden Lalalala-Chor nach Hause geschaukelt.

„Cotton Teeth“ ist kein Album zum kurz Zwischendurch-Hören. Wer dem Album eine Chance gibt, sollte sich genug Zeit dafür lassen. Es erscheint übrigens auf Equal Vision. Wie unpassend. Und irgendwie mutig, zwischen all den Emo- und Hardcore-Truppen!

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