Kein Label ohne New-Wave-Rocker: V2 schickt The Rakes ins Rennen.
Betrachten wir die aktuelle New Wave of New Wave-Welle mal anders. Reden wir nicht über Band X, die wie Band Y klingt und wie diese von Band Z beeinflusst ist. Sondern werfen wir einen Blick auf die Plattenfirmen:

Das Indie-Label Domino brachte Franz Ferdinand ins Spiel. Wichita zogen mit Bloc Party nach. Warp, ebenfalls Indie wenn auch eigentlich eher elektronisch orientiert, sicherte sich Maximo Park. Erst allmählich realisierten die Majors, was da abgeht. Also kauften sich Warner Hot Hot Heat und The Futureheads ein, EMI setzte auf The Departure, Universal versuchte es mit The Others. Schliesslich wurde auch dem Punk-Indie Epitaph klar, dass er mithalten muss, und er nahm The Robocop Kraus unter Vertrag (übrigens eine der dienstältesten der hier erwähnten Bands). V2 schicken nun The Rakes ins Rennen. Die Welt wartet also nur noch auf einen New Wave-Act von Sony. Oder doch nicht?

Wie The Rakes klingen, dürfte nach dieser (etwas vereinfachenden) Einleitung klar sein. Bei den ersten Hördurchgängen ging es mir dann auch wie dem Mann im berühmten Monty Python-Sketch, der nach dem Genuss einer mehrgängigen Mahlzeit schliesslich wegen eines harmlosen Pfefferminzblatts verplatzt. Wie das Pfefferminzblatt, das an sich ja was durchaus Bekömmliches sein kann, kommen The Rakes zum falschen Zeitpunkt, denn aufregend ist diese Musik nun nicht mehr in diesem Mass, wie noch vor einem Jahr. Aber: schlecht sind sie deswegen nicht. Die Songs sind durchwegs tanzbar, die Gitarren überraschen immer wieder mit einfallsreichen Melodien, der Sänger verfügt über eine eindringliche Stimme und punktet vor allem dann, wenn er diese senkt (wie etwa bei "Open Book").

Weils so praktisch ist, schliesslich doch noch die Verortung im aktuellen Geschehen: Hitdichte geringer als bei Franz Ferdinand, Charisma höher als bei The Departure, Einfallsreichtum nicht an den von Maximo Park reichend. Die üblichen Einflüsse (Pulp, The Clash, Gang Of Four) lassen sich nicht verleugnen. Insofern: Alles schon gehört, schlecht ist's deswegen nicht.

7/10

Ähnliche Interpreten:
Franz Ferdinand
The Strokes
The Departure

www.therakes.co.uk