Mitreissende Hippiemusik für den Spätsommer.
Eine haarige Angelegenheit ist das! Dort, wo normalerweise Köpfe auf einem Bandfoto zu erkennen wären, wuchert bei The Magic Numbers bloss ein unüberschaubarer Verbund an Haaren und Bärten. Auch sonst gleichen sich die je 2 Geschwister der Familien Stodart und Gannon ziemlich fest. Und jetzt zur Musik – die ist genauso, wie man es erwarten würde – nur besser!

„Mornings Eleven“ (erinnert mich jedes Mal vage an den Ghost-Soundtrack vom Film mit Patrick Swazye) und „Forever Lost“, die erste Single vom Album, gefallen auf Anhieb. Beide Songs dauern recht lange, langweilen aber nicht eine einzige Sekunde. Das ist perfekte Popmusik - unfassbar melodiös, verstörend abwechslungsreich und einfach haarsträubend gut! Melodien, Tempi, Sänger/Sängerin, Instrumentierung – alles unterliegt einem ständigen Wechsel. Ähnlich genial geht’s weiter mit „The Mule“, dem äusserst Singletauglichen „Long Legs“ und „Love Me Like You“. Danach schalten die Magic Numbers einen Gang runter, die Musik wird langsamer, weniger verspielt und etwas schwerer zugänglich. Nach mehrmaligem Durchhören haben mir aber auch alle Songs der zweiten Hälfte ihre Schönheit offenbart.

The Magic Numbers spendieren uns eine unspektakuläre aber äusserst erfrischende und einzigartige Pop-Platte, fernab von jeglichen Trends. Das graue und nüchterne CD-Cover empfinde ich als höchst Unpassend zur verspielten und farbigen Musik der Band. Es lässt viel eher vermuten, man hätte die „Buchhaltungs-Hits 2005“ vor Augen.

8/10

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