Dem Hardcore hat er schon lange abgeschworen, nun stellt er auch dem Garagen-Rock in die Ecke und präsentiert uns stattdessen knackigen Power-Pop. Die Rede ist von Dennis Lyxzén, ehemals Refused-Frontmann und heute hauptsächlich bei The (International) Noise Conspiracy aktiv.
Schon kurz nach dem Ende von Refused hatte Lyxzén ein erstes Solo-Album unter dem Namen The Lost Patrol veröffentlicht. Etwas mehr Beachtung fand dann das zweite Album "Songs About Running Away", auf welchem er mit vielen Bekannten und Freunden aus der schwedischen Musikszene dem Singer/Songwritertum frönte. Mit Ausnahme der Single "Alright", einem flotten Duett mit der Sängerin Lisa Miskovsky hinterliess das Album aber bei mir so gut wie keinen Eindruck, dafür wirkte es einfach zu unausgegoren.

Das schien wohl auch Lyxzén gemerkt zu haben, denn anno 2005 liefert er uns unter dem Namen The Lost Patrol (nun um den Zusatz "Band" erweitert) 10 knackige, punkig angehauchte Power-Pop-Songs, die ganz in der Tradition von Bands wie den Buzzcocks, den Undertones oder der Joe Jackson Band steht. Die Band ist geschrumpft und die Songs sind nun zwingend arrangiert, die Rhythmen laden zum Mitklatschen und die Refrains zu Mitsingen mit. Innovativ ist das nicht, aber äusserst unterhaltsam. Zudem ist die Produktion sehr gelungen: Die Platte hat den Sound der späten Siebziger und doch die Brillianz der "modernen" Aufnahmetechnik, das passt! Halbwertszeit? Halten wir uns an den Slogan der späten Siebziger: "No Future". Anhören und Spass haben, zuweilen genügt das.

7/10

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www.burningheart.com/lostpatrol