03. April 2006
THE FLAMING LIPS - At War With The Mystics (Warner)
Kleine Anekdote vorweg: 2003 hatte ich das Vergnügen, die Midwest-Powerpopper Ultimate Fakebook kennen zu lernen. Deren Schlagzeuger Eric Melin sowie der Bassist Nick Colby wohnten - so erzählten sie mir voller Stolz - in einer WG, gemeinsam mit einem Mann namens Clive (seinen Nachnamen hab ich nie erfahren), der - so Eric und Nick - der weltbeste Schlagzeuger sei und seinen Lebensunterhalt als Live-Schlagzeuger der Flaming Lips verdingen würde. Wow, toll, dachte ich. Schlagzeuger von wem?
Ich hab die Wissenslücke mittlerweile geschlossen (bedingt allerdings, denn die Frühwerke kenn ich nachwievor überhaupt nicht) und schätze vor allem das 99er Werk "The Soft Bulletin" als Sammlung von luftigen, leicht verschrobenen und irgendwie reichlich abgespaceten Popsongs. "Yoshimi Battles The Pink Robots" find ich zwar auch ganz niedlich, allerdings auch um einiges unspannender (um nicht zu schreiben: langweiliger) als "The Soft Bulletin". Im direkten Vergleich zu den beiden Vorgängeralben ist "At War With The Mystics" vielfältiger und experimenteller aber - als Folge davon - auch etwas allzu zerfahren. Ein bisschen Prog-Rock hier, etwas Funk dort, wabernde Synthies überall. Am besten gefallen mir The Flaming Lips dann, wenn sie weiter ihren wunderbar luftigen Pop zelebrieren, etwa im Highlight "Mr. Ambulance Driver" oder auch in "The Sound Of Failure". Wobei auch der etwas experimentellere Ansatz zu gefallen weiss, sofern er denn in flotte Powerpop-Songs wie den Opener "The Yeah Yeah Yeah Song" mündet. "Free Radicals" hingegen, diese Prince-Funk-Persiflage, ist eine wahre Nullnummer, nervig und uninspiriert. Dasselbe gilt leider für mindestens einen Drittel der Tracks (von "Songs" kann nur begrenzt die Rede sein) auf "At War With The Mystics".
Fazit: The Flaming Lips sind einzigartig, zweifelsohne eine wichtige Erscheinung in der Welt des Pop. Uneingeschränkt gut finden muss man ihr neues Werk deswegen nicht.
6/10
Ähnliche Interpreten:
?
www.flaminglips.com
Ich hab die Wissenslücke mittlerweile geschlossen (bedingt allerdings, denn die Frühwerke kenn ich nachwievor überhaupt nicht) und schätze vor allem das 99er Werk "The Soft Bulletin" als Sammlung von luftigen, leicht verschrobenen und irgendwie reichlich abgespaceten Popsongs. "Yoshimi Battles The Pink Robots" find ich zwar auch ganz niedlich, allerdings auch um einiges unspannender (um nicht zu schreiben: langweiliger) als "The Soft Bulletin". Im direkten Vergleich zu den beiden Vorgängeralben ist "At War With The Mystics" vielfältiger und experimenteller aber - als Folge davon - auch etwas allzu zerfahren. Ein bisschen Prog-Rock hier, etwas Funk dort, wabernde Synthies überall. Am besten gefallen mir The Flaming Lips dann, wenn sie weiter ihren wunderbar luftigen Pop zelebrieren, etwa im Highlight "Mr. Ambulance Driver" oder auch in "The Sound Of Failure". Wobei auch der etwas experimentellere Ansatz zu gefallen weiss, sofern er denn in flotte Powerpop-Songs wie den Opener "The Yeah Yeah Yeah Song" mündet. "Free Radicals" hingegen, diese Prince-Funk-Persiflage, ist eine wahre Nullnummer, nervig und uninspiriert. Dasselbe gilt leider für mindestens einen Drittel der Tracks (von "Songs" kann nur begrenzt die Rede sein) auf "At War With The Mystics".
Fazit: The Flaming Lips sind einzigartig, zweifelsohne eine wichtige Erscheinung in der Welt des Pop. Uneingeschränkt gut finden muss man ihr neues Werk deswegen nicht.
6/10
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