England, New Wave, ihr wisst schon...
Ich muss zugeben, bei The Departure war ich zuerst mehr als skeptisch. Die Band klingt nun wirklich wie die Schnittmenge von Interpol (Düsterheit), Maximo Park (Melodien) und The Killers (Pathos) und im Vorprogramm von Hot Hot Heat, wo ich zum ersten Mal mit The Departure in Berührung kam, bot sie eine ziemlich lahme Vorstellung.

Aber: die Jungs können Songs schreiben, die hängen bleiben. Weniger Punk als etwa Maximo Park oder Futureheads, dafür mehr Funk (v.a. der Bass) und Pop (die ziemlich "fette" Produktion) ist ihre Devise. Richtig losrocken tun The Departure nie, was dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch tut (dem Zuschau-Vergnügen hingegen schon, um noch einmal - zum letzten Mal - auf die lahme Live-Darbietung zu sprechen zu kommen). "All Mapped Out" ist eine wirklich gute Single, deren Stop 'n' Go-Rhythmik (Devo lässt mal wieder grüssen) für Aufhorchen sorgt, und auch "Talkshow" und "Only Human" werden ihren Weg ins Set von manchen Indie-DJ's finden.

Was der Platte und der Band aber leider fehlt ist Charisma. Zu hölzern wirkt die Darbietung, ich wünschte mir den einen oder anderen Ausbruch aus der kühlen Fassade. Oder dann aber eine noch konsequentere Abgeklärtheit, wie sie etwa Interpol an den Tag legen. Fazit: zuerst die Originale besorgen (sowohl die neuen wie die alten), wer danach noch nicht genug hat, wird mit The Departure sicher passenden Nachschub finden.

6/10

Ähnliche Interpreten:
Interpol
The Killers
Echo & The Bunnymen

www.thedeparture.com