Besser als der Samichlaus.
So sicher wie der Besuch des Nikolaus ist auch das alljährliche Erscheinen einer neuen Corals CD. Wobei uns aber der fettere Bruder von Gandalf auch dieses Jahr bloss die immergleichen langweiligen Nüsse und Früchte auftischen wird, servieren uns the Coral mit „Invisible Invasion“ ein Album, das alles ist – nur nicht langweilig.

Die jungen Schnösel aus irgendeinem versifften Kaff in England verstehen ihr Handwerk, wie sie bereits des Öfteren bewiesen haben. Sie sind alle Anfangs Zwanzig, höchst produktiv, und gehören dabei doch schon fast zu den Alten im Musikgeschäft. Frei von jeglichen Barrieren spielen und klauen sie von jedem nur erdenklichen Musikstil und basteln das Ganze sorgfältig zu erstaunlichen Songs zusammen. Auch auf „Invisible Invasion“ sind die Songs gespickt mit unzähligen quirligen Einfällen, kommen jedoch um eine Nuance polierter und geordneter daher als früher. Es wurden nicht mehr 1000 Ideen pro Song übereinander gepflastert. Dadurch ist „Invisible Invasion“ zwar noch genauso verstörend und verwirrend, gefällt aber umso schneller und besser. Ausserdem wollte die Band ein Album machen, welches sich auch ohne grosse Abstriche live spielen lässt. Dies sei beim Vorgänger „Magic and Medicine“ nicht der Fall gewesen.

„Invisible Invasion“ hat wirklich alles, um uns viele schöne Sommerabende zuhause oder am See zu bescheren. Mit „Sunday Morninig“ gibt’s eine eingängige Hitsingle, „Arabian Sand“ verzaubert (vielleicht nicht auf Anhieb) durch seine Einzigartigkeit und auch jeder weitere Song ist ein absoluter Hörgenuss. Das ist anspruchsvolle Musik, die ausserdem noch gut ist!

Also dann... man hört sich wieder im 2006!

8/10

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