Dreamo.
An dieser Stelle möchte ich Joni, dem zweiten Hauptschreiberling dieser Seite, auch unter dem Namen jdw bekannt, ein herzliches Dankeschön aussprechen. Denn er war es, der mich, bevor ich ihn überhaupt persönlich kannte, durch eine seiner CD-Rezensionen zu einer Band namens The Appleseed Cast brachte. Ihre Musik klinge immer irgendwie nach Wind, Wellen und Ozean, hat er damals geschrieben, und dabei einen herrlichen neuen Stilbeschrieb (Dreamo) gebraucht.

Das damals aktuelle Album war „Two Conversations“ gehört heute zu meinen ultimativen Top 5 Alben. Den Begriff „Lieblingsband“ gebrauche ich nicht gerne und nicht oft, aber für The Appleseed Cast kann ich ohne schlechtes Gewissen Gebrauch davon machen. Seit „Two Conversations“ sind sechs Jahre vergangen. Das letzte Album „Peregrine“ vereinte sowohl die ausschweifenden Elemente von ihrem Meilenstein „Low Level Owl I & II“ sowie die eingängigeren Momente à la „Two Conversations“. Die eingängigen Zeiten sind definitiv vorbei. „Sagarmatha“ braucht viel Zeit. Diese Zeit habe ich mir genommen, um jeden Song einzeln unter die Lupe zu nehmen.

As The Little Things Go
Beinahe instrumental. Der Gesang stetzt erst nach über sechs Minute nein, bleibt aber bis zum Schluss unauffällig. So sphärisch waren The Appleseed Cast seit „A Dream Of Us“ auf „Two Conversations“ nicht mehr.

A Bright Light
Ein für The Appleseed Cast typischer, dichter Klangteppich und eine einprägsame Bassmelodie. Auf Dauer etwas langweilig.

The Road West
Plätschert etwas vor sich hin. Kein schlechter Track, dafür, dass er nur einen einzigen Wechsel und sonst nicht viel Spannendes zu bieten hat, aber eindeutig zu lang.

The Summer Before
Einer von zwei Songs, die nach vorne gehen. Nur knapp über drei Minuten. Klingt wie die Erinnerung an den vergangenen Sommer. Typisch Appleseed Cast. Die Melodie ist unaufällig, bleibt aber sofort hängen.

One Reminder, An Empty Room
Ein kurzes, instrumentals Interlude.

Raise The Sails
Dieser Song war schon vor der Veröffentlichung auf Myspace zu hören. Hier passiert verhältnismässig viel. Beginnt mit einem vertrackten Rhythmus, ab der Hälfte schaltet der Song einen Gang runter. Ein Highlight.

Like A Locus
Ein statischer Beat und ein mechanisch klingendes Keyboard dominieren. Einer der weniger interessanten Momente auf dieser Platte

South Col
Der schnellste Song. Erinnert daran, dass The Appleseed Cast auch Rocksongs schreiben können.

An Army Of Fireflies
Erinnert irgendwie an die alten Dredg. Nicht übel, für meinen Geschmack allerdings etwas unglücklich platziert, am Schluss dieses Albums.

Auch wenn „Sagarmatha“ sicherlich nicht das beste Appleseed Cast Album geworden ist, alteingesessene Fans werden das Album mögen. Einer der grössten Mängel besteht aus meiner Sicht in der Trackreihenfolge. Die sphärischen, langen Stücke hätten etwas besser verteilt als gleich alle zu Beginn platziert werden können. Nichts desto trotz, The Appleseed Cast bleiben eine Ausnahmeband. Faszinierten und spannend für Bandkenner, herausfordernd für Neuanfänger.

Myspace