20. Mai 2008
SUN KIL MOON - April (Caldo Verde/Irascible)
Mark Kozelek ist wohl einer der meist unterschätzten Musiker der vergangenen 20 Jahren. In den 90ern hat er mit den Red House Painters unzählige Bands, die heute am ehesten in die Slow- oder Sadcore-Schublade passen, massgeblich geprägt. Als er genug vom Musikbusiness hatte, löste er seine Band auf und nahm traurige Versionen von ACDC-Songs auf. Nach einigen Jahren kehrte er mit seinem neuen Projekt Sun Kil Moon zurück, was nichts anderes als die konsequente Fortführung des typischen Red House Painters Sounds bedeutete. Der 2005 erschienene Sun Kil Moon Zweitling "Tiny Cities" bestand ausschliesslich aus Modest Mouse Covers, natürlich in gewohnter Mark Kozelek Manier interpretiert.
Irgendwann musste es ja kommen, ein Werk, das wieder an die Genialität der Red House Painters Alben herankommen würde. Hier ist es nun, "April" heisst es, und dauert nicht weniger als 74 Minuten. Dreiminuten-Popsong-Liebhaber lassen ihre Finger besser gleich von Anfang an von diesem Werk, denn was sich beim Hören von "April" als am allerwichtigsten herausstellt, ist Geduld. Sehr viel Geduld. Auch ich hatte diese zu Beginn nicht. Erst, als ich mich alleine auf eine Velotour begab und dem Album meine vollste Aufmerksamkeit schenkte, hat es so richtig gefunkt. Gerade mal zwei Songs bewegen sich unter fünf Minuten, die restlichen brauchen zwischen deren sechs und zehn. Keine einzige davon klingt überflüssig. Kozelek's Stimme strahlt noch immer eine seltsame, angenehme Wärme und Vertrautheit aus. Zu Akustik-Gitarre, Schlagzeug und Bass gesellen sich ab und zu unauffällig ein paar Streicher Arrangements oder ein Banjo.
"April" ist die bisher schönste Platte des Jahres, und die Konkurrenz wird es sehr schwierig haben, ihr diesen Titel bis Ende Jahr streitig zu machen. Egal, was für ein Sommer uns Petrus bescheren mag, mit "April" wird er noch ein bisschen schöner.
www.sunkilmoon.com
www.myspace.com/sunkilmoon
Irgendwann musste es ja kommen, ein Werk, das wieder an die Genialität der Red House Painters Alben herankommen würde. Hier ist es nun, "April" heisst es, und dauert nicht weniger als 74 Minuten. Dreiminuten-Popsong-Liebhaber lassen ihre Finger besser gleich von Anfang an von diesem Werk, denn was sich beim Hören von "April" als am allerwichtigsten herausstellt, ist Geduld. Sehr viel Geduld. Auch ich hatte diese zu Beginn nicht. Erst, als ich mich alleine auf eine Velotour begab und dem Album meine vollste Aufmerksamkeit schenkte, hat es so richtig gefunkt. Gerade mal zwei Songs bewegen sich unter fünf Minuten, die restlichen brauchen zwischen deren sechs und zehn. Keine einzige davon klingt überflüssig. Kozelek's Stimme strahlt noch immer eine seltsame, angenehme Wärme und Vertrautheit aus. Zu Akustik-Gitarre, Schlagzeug und Bass gesellen sich ab und zu unauffällig ein paar Streicher Arrangements oder ein Banjo.
"April" ist die bisher schönste Platte des Jahres, und die Konkurrenz wird es sehr schwierig haben, ihr diesen Titel bis Ende Jahr streitig zu machen. Egal, was für ein Sommer uns Petrus bescheren mag, mit "April" wird er noch ein bisschen schöner.
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