spoon

Britt-Pop
Eine neue Spoon-Platte? Irgendwie rechnet man nie damit, dann ist sie da, plätschert erstmal ein wenig vor sich hin, trotzdem hört man weiter und allmählich haben sie die neuen Songs derart in den Gehörgängen festgekrallt, dass man am Ende des Jahres gar nicht anders kann, als der Platte einen Platz in den persönlichen Jahres-Top-10 abzugeben. Die Vermutung liegt nahe, dass es mit "Ga Ga Ga Ga Ga" nicht anders laufen wird.

Wie gewohnt proklamiert Spoon-Sänger Britt Daniel mit leicht rauher Stimme seine Anliegen, untermalt sie mit wenigen, sehr gezielt gesetzten Gitarren- und Pianotupfern, wird dabei von einer recht stoischen Rhythmusgruppe unterstützt und verrührt mit grosser Kelle die Ingredienzen seiner Musik, die da wären:
  • Ein gehäufter Esslöffel David Bowie zu "Hunky Dory" Zeiten
  • Ein Suppenlöffel Beatlesches-Popverständnis
  • Ein gestrichener Esslöffel Motown-Soul
  • Ein gestrichener Teelöffel Verrücktheit (man höre etwa den Song "The Ghost Of You Lingers", dessen Piano-Part zum Titel der Platte inspirierte)
Fertig ist das neuste Machwerk aus dem Hause Spoon, das mich zwar bis anhin nicht ganz so zu begeistern vermag wie der Vorgänger "Gimme Fiction" (bei der es eine ganze Weile dauerte, bis aus einer "ganz netten" Platte eine "verdammt gute" wurde...) und auch keinen Hit à la "I Turn My Camera On" vorweisen kann, aber doch seit Wochen einen festen Platz in meinem CD-Player eingenommen hat.

Übrigens: Spoon ist nicht nur eine sehr gute Band, sondern auch eine ziemlich lustige, wie der erste Abschnitt ihrer Band-Seite auf der Website ihres US-Labels Merge Records beweist:
G is for…
Ga Ga Ga Ga Ga
First off, about the title: it's pronounced "chk chk chk."


www.spoontheband.com
www.myspace.com /spoon