Unaufdringliches, aber gelungenes Indie-Rock-Songwritertum. Einmal mehr ein "Qualitätsprodukt" aus dem Hause Matador.
Es gibt Labels, von denen kann man im Prinzip einfach jede Platte blind erwerben. Eines davon ist Matador. Die haben uns auch die älteren Alben von Modest Mouse oder gerade eben die Best-Of-CD von Yo La Tengo beschert und in deren Umfeld sind Spoon musikalisch ganz gut aufgehoben. In den USA sind Spoon übrigens auf Merge Records (u.a. Arcade Fire, Superchunk, Seaweed u.v.m.) beheimatet, für Indie-Liebhaber ebenfalls ein Qualitätsmerkmal.

"Gimme Fiction" entzückt mich mit der entspannten Herangehensweise mit der sich Spoon an unterschiedlichsten Stilrichtungen zu schaffen machen, ohne dass das Album irgendwie zusammengeschustert wirken würde. "Sister Jack" ist ein gefälliger Gitarren-Pop-Song, der mich ein wenig an ältere REM erinnert, "I Turn My Camera On" klingt als ob Prince und Modest Mouse gemeinsam einen Song für die Tanzfläche geschrieben hätten. "They Never Got You" treibt mit Beat à la "Last Nite" (The Strokes) nach vorne, ohne je richtig auzubrechen.

Spoon beherrschen die Kunst der Andeutung und schaffen dadurch ein Album, das den Hörer nicht überfährt sondern ihn zum Zuhören einlädt. Das mag altmodisch klingen, überzeugt aber bis auf ein paar wenige Passagen, in denen die Band etwas orientierungslos vor sich hin dümpelt, fast auf der ganzen Linie.

7/10

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www.spoontheband.com