06. November 2005
SILVER JEWS – Tanglewood Numbers (Drag City/RecRec)

David Berman hat wieder mal ein paar neue Songs geschrieben und Freunde zusammengetrommelt, um Album Nr. 5 aufzunehmen.
„Tanglewood Numbers“ ist anders! Das Tempo des ganzen Albums ist ungewohnt hoch, laute Gitarren- und andere (Stör-) Geräusche erklingen aus jeder Richtung. Auch die gesamte Produktion klingt viel roher und dreckiger. Friede, Freue, Eierkuchen – das war einmal! Als grosser Fan aller alten Silver Jews Platten (ausgenommen die frühen und katastrophalen Liveaufnahmen irgendwelcher Störgeräuschen auf „the Arizona Record“) bin ich also erstmal schockiert. „Tangelwood Numbers“ klingt ein bisschen nach den Will Oldham Palace-Platten der 90er Jahren. Keine wirkliche Überraschung also, dass auch Szenenguru Will Oldham bei der neuen Platte mitgewirkt hat.
Gibt man der Platte aber etwas Zeit, so legt sich die anfängliche Enttäuschung und man gewöhnt sich an den neuen Sound. Schon nach kurzer Zeit gefallen mir die meisten Lieder trotz der neuen, weniger harmonischen Verpackung. „Tanglewood Numbers“ ist äusserst abwechslungsreich ausgefallen. Viele Duette, zahlreiche Gitarren- und sonstige Soli, gelegentliche Country-Einflüsse, Geigen sowie die gewohnt schrägen Texte machen auch das neue Album zu einem empfehlenswerten Hör-Erlebnis.
Obwohl mit „Tanglewood Numbers“ mittlerweile wirklich gut gefällt, hoffe ich trotzdem, dass das nächste Album wieder so wird, wie die alten.
7/10
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