sol

Oh, Sweetheart!
Wie wird man eigentlich im Musikbusiness erfolgreich? Nun, es ist sicher von Vorteil, wenn man aus Schweden kommt. Dort gibt's staatlich finanzierte Proberäume und man kann auch relativ mühelos Arbeitslosengeld beziehen und sich so voll und ganz auf die Musik konzentrieren. Dann ist natürlich ein Produzent mit einem gewissen Renommee nicht schlecht. Ronald Bood zum Beispiel, der auch schon Mando Diao fit für den Erfolg gemacht hat. Und zuletzt, da schadet es natürlich nicht wenn man ein Album aufnimmt, das gute Laune macht, ohne allzu seicht zu sein. Das mit "Please, Please, Please" einen Song enthält, der einem eine Ahnung davon gibt, wie Tomte klängen, wenn sie - pardon - etwas mehr Feuer im Arsch hätten. Das sich als "Gute Laune"-Version von Bright Eyes versucht (höre etwa "Oh, Sweetheart") und damit nicht etwa scheitert sondern einen Treffer nach dem anderen landet. Das ganz unverkrampft, fast schon naiv mit Elementen von Bands wie Arcade Fire, The Strokes oder Phantom Planet um sich wirft, den Fokus auf unwiderstehliche Melodien und lüpfige Rhythmen legt und die Songs mit Streichern und Orgel geschmackvoll abrundet. Das - kurz gesagt - verdammt gut ist und den Erfolg der Band (vor allem in den USA) mehr als rechtfertigt.

Aber wem erzähl ich das, die interessierten Kreise haben "Howl Howl Gaff Gaff" sicher schon lange im Plattenschrank stehen. Die Platte ist nämlich in Schweden schon bald seit anderthalb Jahren zu haben, seit mindestens 9 Monaten gibt's hierzulande den US-Import zu kaufen. Selbst Deutschland war diesmal schneller und veröffentlichte die Platte im letzten Herbst. Irgendwer bei EMI Schweiz hat nun auch noch mitgekriegt, dass die Band was hat und siehe da: Ende Februar erschien "Howl Howl Gaff Gaff" auch noch hierzulande "offiziell" und sollte nun eigentlich in jedem Laden der Schweiz zu haben sein.

8/10

Ähnliche Interpreten:
Bright Eyes
Arcade Fire
Figurines

www.shoutoutlouds.com