goldenarchipel

Stillstand auf sehr hohem Niveau.
Shearwaters letztes Album "Rook" entwickelte sich schleichend zu einem meiner liebsten Alben des Jahres 2008. Noch besser als auf ihren früheren Werke schafften es Shearwater auf "Rook", ihre folkigen, vielschichtigen Sounds mit den Art-Pop-Assoziationen zu verbinden, die sich unweigerlich aufdrängen wenn man die hohe, zuweilen etwas gekünstelt klingende Stimme von Sänger Jonathan Meiburg vernimmt. In den besten Momenten klang dies, als hätten Okkervil River und die späten Talk Talk gemeinsame Sache gemacht und dabei noch Madrugada mitgenommen.

Auf "The Golden Archipelago" (Matador/Musikvertrieb) weichen Shearwater nicht besonders stark vom eingeschlagenen Kurs ab, trotzdem bin ich auch nach dem fünften Hördurchgang davon noch nicht ganz so angetan. Die Songs sind etwas zurückhaltender, aufbrausende Momente sind seltener geworden, ja es bleibt schlicht weniger hängen, auch wenn man aufmerksam hinhört. Eine Ausnahme ist der zweite Song "Black Eyes"

Eine simple Piano-Figur, das stoische Schlagzeug und Meiburgs Stimme, die hier fester und lauter klingt als sonst üblich, machen den Song zum offensichtlichen Hit des Albums.

An weiteren schönen Momenten und berührenden Songs mangelt es "Golden Archipelago" nicht, so steht etwa mit "Missing Islands" ein ganz besonders schönes Kleinod am Ende des Albums. Das Problem ist vielleicht am ehesten, dass man alles schon zu kennen glaubt und etwas zu sehr eingelullt wird. Durchaus möglich, dass ich das Album aber auch noch nicht zur richtigen Tageszeit bzw. in der passenden Gemütslage gehört habe. Lest also mein abschliessendes Urteil in 2 bis 3 Jahren, wenn die nächste Veröffentlichung von Shearwater ansteht...

www.myspace.com/shearwater