Settlefish fordern den Hörer mit vertracktem Old School Emo.
Italien hat viel zu bieten. Spaghetti, Fussball, oder Urlaubsorte. Aber wie sieht es bei unseren südlichen Nachbarn eigentlich mit der alternativen Musikszene aus? Hat Italien noch mehr zu bieten als Eros Ramazzotti und Laura Pausini? Sie haben! Die Postrocker Giardini Di Miro zum Beispiel. Oder die Emopunks von Vanilla Sky. Settlefish könnte man als Schnittmenge dieser beiden Bands bezeichnen.

Settlefish sind bei Deep Elm unter Vertrag, und so hören sie sich auch an. Irgendwo zwischen klassischem Midwest-Emo, Indierock und Post-Rock suchen sie sich ihre eigene Nische. Das klingt teilweise etwas gar anstrengend, denn klare Songstrukturen sind hier praktisch keine zu finden. Vielmehr setzt man auf vertrackte, schwer zugängliche Mini-Epen, die nicht selten an The Appleseed Cast oder an die besten Zeiten von Mineral denken lassen. Fünfzehn Songs scheinen zwar ziemlich viel für ein Album dieser Art. Gut ein Drittel davon dient jedoch nur als Überleitung zwischen den Songs. Somit ist es auch kein Ding der Unmöglichkeit, dieses Werk in einem Mal durchzuhören.

In Zeiten, in denen überproduzierte Screamo-Platten den Markt beherrschen, ist „The Plural Of The Choir“ eine willkommene Abwechslung. Zumindest für Emoliebhaber. Denn diese 15 Tracks sind alles andere als leicht zugänglich. Wärmstens ans Herz gelegt sei diese Platte auf jeden Fall jedem, dem The Appleseed Cast zu poppig, Mineral zu weinerlich oder Mogwai zu gesangsarm sind.

7/10

Ähnliche Interpreten:
The Appleseed Cast
Mineral
Mogwai
Benton Falls

www.settlefish.com