We've got the noise.
Seafood haben schon mehr als ein Jahrzehnt auf dem Band-Buckel. Vier Alben haben sie auf den Markt gebracht, allesamt solide bis toll. Nach dem letzten Output im Jahre 2004, während der Europa-Tour, setzte die Lunge von Sänger David Line mehrmals aus, was ihn zu einer Gesangspause von über einem halben Jahr zwang. Nun also Album Nr. 5. Einfach so, als wäre nichts gewesen. Respekt, Mr. Line!

Zur Musik. Die lässt sich am besten mit Alternativerock beschreiben. Britrock könnte man das auch nennen. Allerdings nicht im Sinne von Franz Bloc Park, sondern eben wirklicher Rock. Dreckig und so. Aber eben auch hymnisch. Und gerade dieser Mix macht dieses Album mehr als nur durchschnittlich. Mit „I Will Talk“ haben die drei Briten schon mal einen Song als Opener ausgewählt, der besser nicht platziert sein könnte. Leise Strophe, lauter Chorus, verzerrte Gitarren, Melodie! Okay, das tun Nickelback auch. Seafood tun es aber kratzbürstig, sie lassen es irgendwie (Vorsicht, Rock-Klischee) „ehrlich“ klingen. Darauf folgt „Signal Sparks“, so simpel, so schön, ein Hit, eigentlich, erinnert entfernt an The Electric Soft Parade. Dann die tragende Bass-Line von „Between The Noise“, und mit „Time And Ties“ der Beweis, dass es nicht mehr als zwei Akkorde braucht, um daraus einen tollen Song zu machen.

Echte Rockbands spielen keine Balladen? Was soll’s, immer her damit, solange sie so berührend klingen wie „Awkward Ghost“! Zum Schluss darf dann sogar noch Schlagzeugerin Caroline Banks hinters Mikro. Irgendwie sympathisch, auch wenn der Song keine Stricke zerreisst.

Ihr Dasein als Geheimtipp werden Seafood mit „Paper Crown King“ wohl kaum loswerden, dazu ist es zu wenig spektakulär, zu wenig einzigartig. Für eine kurzweilige Indierockscheibe werden sie aber hoffentlich auch in Zukunft da sein.

7/10

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