Monumentaler Instrumental-Metal.
"Panta Rhei" - Alles fliesst. Mit dieser Kurzformel, die Heraklits Philosophie auf den Punkt bringt (und die er - kleine Philosophielektion am Rand - selbst übrigens nie verwendet hat), lässt sich Pelicans Album "The Fire In Our Throat Will Beckon The Thaw" trefflich umschreiben. Atmosphärische Gitarrenklänge türmen sich zu mächtigen Soundwalzen auf, welche alles niederzureissen drohen, um dann im letzten Moment doch wieder lieblich auszuklingen. Pelican lassen ihren Songs Zeit, die 10-Minuten-Grenze wird desöfteren überschritten. Langeweile kommt dennoch keine auf, dafür sind die Songs zu clever arrangiert. Behilflich ist dabei auch die Tatsache, dass Pelican im Kern eine Metal-Band sind. Das äussert sich darin, dass sie gerne mal kernige Riffs erklingen lassen, statt einfach nur Akkorde dröhnen zu lassen. Und doch ist da genug "Luft" in den Songs, um auch Post-Rock-Fans zu entzücken und jeglichen Anflug von Stumpfheit zu unterbinden.

Sehr gelungen ist auch die Produktion, die die Wucht des Metal mit der Räumlichkeit des Post-Rock bestens zu verbinden mag. Die Gitarren tönen mittig und warm, der Bass ist mehr zu spüren als zu hören, das Schlagzeug klingt tief und hallend. Einzig die Bass-Drum würde ich mir zuweilen etwas prägnanter wünschen, aber das ist ein kaum störendes Detail. Auf Gesang wird übrigens gänzlich verzichtet.

"The Fire..." ist ein brillantes Album, das mit Einfallsreichtum, Handwerk und Atmosphäre besticht. Dessen Grösse sich vielleicht nicht unmittelbar offenbar, aber das sich beim Hören festkrallt und seine Wirkung allmählich entfaltet. Alles fliesst - und reisst dich mit!

9/10

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