24. Januar 2006
ORANGER - New Comes And Goes (Fargo/Irascible)
So wie es sich heute für jede Rock-Band gehört, ihren Stil mit der Vorsilbe "Indie-" interessanter zu machen, lassen es sich auch viele Pop-Bands nicht nehmen, ihre Musik mit der Vorsilbe "Power-" aufzupimpen. Was oftmals Augenwischerei ist, passt zu Oranger und deren neues Album (das vierte) aber vorzüglich, zumal sich auch eine direkte Linie von Oranger zu den US-Pionieren dieses Stils, Big Star, ziehen lässt. Oranger-Bassist Matt Harris gehört nämlich seit "Every Kind Of Light" zum aktuellen Line-Up der Power-Pop-Legende The Posies, deren Masterminds Ken Stringfellow und Jon Auer wiederum am aktuellen Album der noch legendäreren Big Star beteiligt waren.
"Crooked In The Weird Of The Catacombs" ist ein vorzüglicher Opener, der gute Laune und Lust auf mehr macht. Der anschliessende Titeltrack beleuchtet dann die melancholischere Seite der Band. Bei "Garden Party For The Murder Pride" und insbesondere beim stoischen "Outtatoch" blitzt ein Flair für gut abgehangenen Rock 'n' Roll durch, wie ihn etwa Black Rebel Motorcycle Club früher (vor "Howl") gepflegt haben. "RadioWave" schliesslich ist dem Power-Pop der späten 70er sehr nahe.
Man könnte leicht in die "Nettigkeits"-Falle tappen, "New Comes And Goes" also mit dem Prädikat "nett" abstempeln und in die Ecke stellen. Wer etwas genauer hinhört, entdeckt hier aber ausserordentlich tolle Melodien und ein gutes Händchen für griffige 3-Minuten-Formate (Pop eben), die die notwendige Stringenz und Dringlichkeit nicht vermissen lassen. So, genau so, hat Musik zu tönen, die im Jahr 2006 berechtigt ist, als "Power-Pop" bezeichnet zu werden.
8/10
Ähnliche Interpreten:
The Posies
Nada Surf
www.oranger.net
"Crooked In The Weird Of The Catacombs" ist ein vorzüglicher Opener, der gute Laune und Lust auf mehr macht. Der anschliessende Titeltrack beleuchtet dann die melancholischere Seite der Band. Bei "Garden Party For The Murder Pride" und insbesondere beim stoischen "Outtatoch" blitzt ein Flair für gut abgehangenen Rock 'n' Roll durch, wie ihn etwa Black Rebel Motorcycle Club früher (vor "Howl") gepflegt haben. "RadioWave" schliesslich ist dem Power-Pop der späten 70er sehr nahe.
Man könnte leicht in die "Nettigkeits"-Falle tappen, "New Comes And Goes" also mit dem Prädikat "nett" abstempeln und in die Ecke stellen. Wer etwas genauer hinhört, entdeckt hier aber ausserordentlich tolle Melodien und ein gutes Händchen für griffige 3-Minuten-Formate (Pop eben), die die notwendige Stringenz und Dringlichkeit nicht vermissen lassen. So, genau so, hat Musik zu tönen, die im Jahr 2006 berechtigt ist, als "Power-Pop" bezeichnet zu werden.
8/10
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The Posies
Nada Surf
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