Vermutlich eine Mischung von all deinen Lieblingsbands
Neben Coheed And Cambria’s neuestem Werk war „Everyone Into Position“ wohl das diesjährig meisterwartete Album vieler Rockmusik-Liebhaber. Vor zwei Jahren ist Oceansize mit „Effloresce“ ein perfekter Wurf gelungen. Verehrer von Tool oder Pink Floyd waren genauso begeistert wie Anhänger von Mogwai und Isis. Dabei machten es einem Oceansize keinesfalls einfach. Ein grosser Teil der zwölf Songs bewegte sich irgendwo zwischen fünf und zehn Minuten Spielzeit. Radiokompatibilität ist anders. Trotzdem schafften es die Briten, nicht zuletzt dank genialen Liveauftritten, als die Newcomer gehandelt zu werden.

Beim ersten Hören von „Everyone Into Position“ macht sich dann aber ein wenig Enttäuschung breit. Diese Zweifel werden dann jedoch mit jedem weiteren Durchgang mehr und mehr beseitigt. Der Opener „The Charm Offensive” wartet nach fünfeinhalb Minuten mit einem Monumentalriff auf, wie wir es von der Band mit den drei Gitarren gewohnt sind. Die erste Singleauskopplung „Heaven Alive“, die fürs Radio deutlich gekürzt werden musste, beglückt uns dann mit einem eingängigen Refrain, wie es wohl kaum eine andere Progrock-Band hinkriegen würde. „Music For A Nurse“ ist eine willkommene Verschnaufspause, allerdings alles andere als langweilig. Bei „You Can’t Keep A Good Man Down“ und „Ornament/The Last Wrongs“ zeigen Oceansize dann nochmal die ganze Palette ihres Könnens. Sanft gezupfte Gitarren à la Mogwai, brachiale, an Tool erinnernde Riffs, unerwartete Wechsel und Überlänge.

Oceansize sind und bleiben eine Ausnahmeband. „Effloresce“ wird wohl noch einige Zeit unerreicht bleiben. „Everyone Into Position“ gehört aber, direkt hinter „Catch Without Arms“ von Dredg, noch vor SOAD’s „Mesmerize“ zu den besten Rockalben dieses Jahres. Hoffen wir also, dass uns Mike Vennart und seine Mitstreiter auch in der Schweiz mal live beehren.

9/10

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