Keine Hits, aber ansonsten typisch Oasis.
Oasis sind zurück mit neuem Album und altem Logo. Zwar geben sich die Gallagher-Brüder abgeklärter und ruhiger als je zuvor, aber Noel spekuliert, dass sich sein Bruder die Skandale bloss für die Tour aufhebt. Ich hoffe, er hat recht! Zurück zum neuen Album. Hits sucht man darauf leider vergebens, aber Oasis haben sich – nach Oasis-Massstab gerechnet – weiterentwickelt. Die Songs auf “Don’t Believe the Truth” sind zwar immer noch 100% Rock’n Roll, kommen aber grösstenteil in akustischem Gewand daher. Es gibt einige wunderbare Songperlen, wo das All Star Team Oasis von neuem seine Genialität bestätigen kann, aber leider sind diese Perlen in der Minderheit. Das neue Album kann “Heathen Chemistry” nicht das Wasser reichen, und den ersten paar Oasis-Platten schon gar nicht. Aber die Prügelknaben sind auf dem richtigen Weg. Noel hat lediglich die Hälfte der Songs beigesteuert, der Rest wurde vom Brüderchen und den anderen beiden festen Bandmitglieder komponiert. Es kann auch darüber spekuliert werden, ob Oasis einige Hitsongs absichtlich nicht auf dieses Album gepackt haben, weil mit “Don’t Believe the Truth” der Vertrag mit Sony BMG erfüllt wurde. Zwar wird dies von der Band vehement verneint, aber man bestätigt, viele weitere Songs bereits aufgenommen zu haben. Nur, ein Doppelalbum wollte man Sony dann zum Abschluss doch nicht schenken!

“Don’t Believe the Truth” wird wohl nie als Meilenstein in der Musikgeschichte eingehen. Die ganze Platte versprüht aber eine ungewohnte Spielfreude und gute Stimmung. Wie gesagt, es fehlt der grosse Überhit. Vielleicht nächstes Mal! Mit Oasis ist jedenfalls noch immer zu rechnen und eine neue Genietat ist ihnen jederzeit zuzutrauen.

7/10

Ähnliche Interpreten:
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Proud Mary

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SONG-BY-SONG SPONTANREVIEW VON FABIO & ROMAN

Turn Up The Sky
R: Sind das Travis?
F: Könnte sein
F: Das ist ja allerbilligst. Wer hat das geschrieben?
R: Keiner der Gallaghers
F: Die anderen können keine Songs schreiben
R: Andy Bell, der Bassist, kann Lieder schreiben! Hat er schon bewiesen. Ich find das Lied jedenfalls nicht schlecht, aber etwas monoton
F: Das ist ein Scheiss-Lied
F: Das ist wirklich ein Scheiss-Lied
R: Ich finds gut, mit harmonischem Instrumental am Schluss. Ein richtig gelungener Opener fürs Album

Mucky Fingers
F: Fängt schon mal besser an. Wie die Ramones am Britpoppen klingt das. Gute Melodie, aber nicht typisch Oasis.
R: Ist auch ein bisschen monoton, aber noch besser als „Turn Up The Sky“.
F: Das Schlagzeug spielt immer das Gleiche. Das könnte ich auch! Immer das Gleiche…
R: Was ist das? Aha, Mundharmonika.
F: Bis jetzt ist die Single „Lyla“ das beste Lied, was kein gutes Zeichen ist.
R: „Mucky Fingers“ ist die perfekte Überleitung zur „Lyla“.

Lyla
R: Wird bei jedem Durchhören besser. Das Schlagzeug ähnelt dem Vorigen und irgendwie erwartet man stets eine Steigerung, die aber nie wirklich kommt.
F: Schlagzeug ist langweilig.
R: Schon wieder?
R: Juhuuu, ein cooles Gitarrensolo.
F: Auch wieder etwas monoton, aber nicht annähernd so schlimm wie der Song vorher.

Love Like a Bomb
R: Liam näselt mal wieder.
F: Tönt beliebig, langweilig.
F: Was ist bloss aus Oasis geworden?
R: Mir gefällt’s wieder. Besser als „Songbird“ und mit schönem Piano als Begleitung.
F: „Songbird“ ist schön, und bestimmt besser als das hier.
R: Neee, Du bist heute einfach schlechter Laune.
F: Das ist nicht wahr. Ich war bisher gut gelaunt, aber die Ernüchterung nach diesen ersten Songs lässt meine Stimmung stark sinken.

The Importance of Being Idle
R: Einer meiner Lieblingssongs dieser Platte. Noel singt, ist aber nicht wirklich schlimm.
F: Bessere Melodie als vorher, aber auch nicht so gut.
R: Super Solo.
F: Das ist kein Solo, nur eine Gitarrenmelodie.
R: Ein clean gespieltes Supergitarrensolo.
F: Der Rhythmus ist speziell, die Melodie nicht.
R: Der Rhythmus ist wirklich speziell. Aber die Melodie ist auch spitze.
F: Soll ich jetzt schreiben „Du hast ja keine Ahnung“? Nein. Ich denke es nur.

Meaning of Soul
F: Rock‘n Roll!
R: Aber akustisch! Find ich super. Mal wieder. Nur eineinhalb Minuten.
F: Vielleicht wächst das Album mit der Zeit ja noch. Bis jetzt ist es beschissen.
R: Bestimmt! Es rockt Dir halt einfach zu wenig. Aber schlecht ist die CD wirklich nicht!

Guess God Thinks I’m Abel
R: Hier hat die Band erst bei gedrucktem Booklet gemerkt, dass das Lied „…. I’m Abel“ heisst und nicht „… Able“. Liam hat’s geschrieben.
F: Ist ja interessant. Der Song leider mal wieder nicht. Die Melodie ist sehr, sehr simpel. Aber immerhin eine Melodie.
R: Mittelgute Melodie und ziemlich langsam, schleppend. Aber Liam singt halt schon schön
R: Ui, am Schluss wird’s plötzlich laut. Ui, und nach einem Satz zu lauter Musik ist der Song bereits fertig.
F: Super Schluss! Wirklich!
R: Typisch Liam halt.

Part of the Queue
R: Der nächste Favourite von mir. Schon wieder von Noel gesungen.
F: Leider. Trotzdem, der bisher beste Song, abgesehen von „Lyla“.
R: Wieder ein nicht Oasis-typischer Rhythmus. Geile Melodie. Wäre wohl noch besser, wenn Liam singen würde.
F: Was auf jedem Noel-Song zutreffen würde.
R: Stimmt vermutlich.
F: Ich weiss.
R: Generell einiges an Pianogeklimper und akustischen Songs auf dem Album. Das ganze Album ist recht fröhlich geraten.
F: Leider hat auch dieser Song bereits wieder seinen Reiz verloren.
R: Ja ja, deine schlechte Laune...

Keep the Dream Alive
F: Tönt vielversprechend, aber das hab ich bei den anderen anfangs auch gedacht.
R: Ist übrigens von meinem Andy Bell geschrieben, den ich doch so gut finde.
F: Oh, the Bell rings.
R: Aber ich muss schon zugeben, auch hier ist die Melodie keine Hit-Melodie. Herr Bell hat für Huricane #1 oder Ride viel besseres komponiert.
F: Die Herren Gallagher haben auf jedem anderen Album tausendmal bessere Songs geschrieben als auf diesem hier.
R: Find ich nicht. Also „Standing on the Shoulder of Giants“ war viel weniger gut
F: Das ist nicht wahr. „Gas Panic!” Ist ein ein Klassiker…
R: Das sind die Vengaboys und Kriss Kross auch….
F: Und wenn man mal von den Lyrics absieht, ist auch „Little James“ gut.

A Bell Will Ring
R: Dieses Lied find ich ziemlich langweilig. Fängt erstmal gut an und alles, aber dann ist die Luft raus…
F: Einmal mehr sacklangweilig. Da hör ich mir lieber Sugarplum Fairy oder irgend einen anderen Klon mit besseren Melodien an. Esch doch wohr!
R: Kennst du Sugarplum Fairy überhaupt richtig?
F: Ja…
R: Die sind aber bestimmt nicht besser! Vielleicht die eine oder andere Melodie, die sich gewaschen hat, aber sonst nicht viel. Stimme, Musik und vor allem Charisma ist niemals mit Oasis vergleichbar.

Let there be Love
R: Mein Lieblingssong Numero 3 auf dem Album. Es singt Liam. Es singt Noel. Und es singen beide zusammen. Super Sache.
F: Wirklich?
R: Ja.
F: Gut.
F: Sehr schön. Wenigstens ein versöhnlicher, wenn auch kitschiger Abschluss.
R: Du vermisst halt schon etwas die Schreie der Drive-Thru Bands, gell?
F: Eigentlich vermisse ich insgesamt einfach die Melodien von früher.
R: Früher war halt alles besser…
F: Genau .
R: Toller Song.
F: Wenigstens Einer! Oder 1 1/2 – „Lyla“ ist auch nicht sooo übel.


R: Also, jetzt wo wir die CD durchhaben… Was meinst?
F: Bin masslos enttäuscht. Nach „Heathen Chemistry“ konnte man wirklich einiges mehr erwarten.
R: Ich hab die CD schon ein paar Mal durchgehört und finde sie jedes Mal besser. Keinen richtigen Hit, aber viele hübsche Songs. Zwar viel akustischer als gewohnt, aber trotzdem Rock’n Roll – meiner Meinung nach.
F: Rockt nicht wirklich, und eine schöne Ballade ist auch nur eine drauf. Und eben, die Melodien sind einfach nur langweilig..
R: Aber „Lyla“ fandest Du anfangs bestimmt auch schlechter als jetzt? Sicherlich werden auch viele der Songs noch „wachsen“.
F: Mal schaun...

F: Bewertung 4/10
R: Bewertung: 7/10