06. Februar 2006
NEIL DIAMOND - 12 Songs (Columbia/SonyBMG)
Die letzten Jahre vor Cash's Tod haben dem "Man In Black" ein Karrierehoch beschert, wie es ein paar Jahre früher wohl niemand erwartet hätte. Es ist zu grossen Teilen der von Rick Rubin initiierten "America"-Serie zu verdanken, dass Cash heute eine derart grosse Popularität geniesst. Hätte es keine Cash-Version von "Hurt" gegeben, der Mann wäre heute bestenfalls einem Kreis von Countryliebhabern und Nostalgikern ein Begriff.
Rick Rubin mag ein begnadeter Produzent sein, er ist aber auch ein guter Geschäftsmann. Und eine derart erfolgreiche Geschäftsidee wie die "America"-Reihe lässt man nicht einfach sterben, auch wenn der Protagonist tot sein mag. Also suchte sich Rubin einen weiteren Künstler, der seinen Zenith überschritten hatte und dem er nach der Formel "reduce to the max" zu einer späten Blüte verhelfen kann. Seine Wahl fiel auf Neil Diamond, der in den letzten Jahren eher in Easy Listening-Kanälen zu hören war, als im Rock-Radio.
Kein Wunder gibt es nun Leute, die sprechen gar vom "neuen Rick Rubin-Album", so sehr ist der Produzent selbst zum Star geworden. Aber wer wie ich mit Neil Diamond's Stimme aufgewachsen ist (das hervorragende Live-Album "Hot August Night" hat mich quasi durch die Kindheit begleitet und "Jonathan Livingston Seagull" hat meine Eltern bei der Namensgebung beeinflusst), für den ist "12 Songs" in erster Linie ein Neil Diamond-Album, das dank Rubin's Aufsicht auf Kitsch verzichtet und die Stimme des "Kuschelbarden" in den Vordergrund stellt. Begleitet wird sie von warmen Gitarrenakkorden, einer minimalistisch agierenden Solo-Gitarre, ein paar Streichern sowie etwas Piano und Hammond-Orgel (gespielt von Billy Preston, der sowohl auf Beatles- wie auf Rolling Stones-Alben zu hören ist). Dazu eine Prise Glockenspiel ("Save Me A Saturday Night") und Slide-Gitarre ("What's It Gonna Be"), fertig ist ein warmherziges Album zwischen Pop, Folk und Country.
Im Gegensatz zu Johnny Cash war Neil Diamond nie ein Rebell, insofern wird es gestandenen Rockern vielleicht schwerer fallen, an "12 Songs" Gefallen zu finden. Weil Diamond eben nicht cool ist, es nie sein wird. Aber wer schöne Songs sucht und sich nicht darum kümmert, dass sie vielleicht auch von Leuten gehört werden, die ansonsten Norah Jones mögen, sollte "12 Songs" eine Chance geben.
Übrigens: Das Album gibt's bald in der europäischen Version mit 2 Bonus-Tracks. Es wird aber weiterhin "12 Songs" heissen...
7/10
Ähnliche Interpreten:
Leonard Cohen
Johnny Cash
www.neildiamond.com
Rick Rubin mag ein begnadeter Produzent sein, er ist aber auch ein guter Geschäftsmann. Und eine derart erfolgreiche Geschäftsidee wie die "America"-Reihe lässt man nicht einfach sterben, auch wenn der Protagonist tot sein mag. Also suchte sich Rubin einen weiteren Künstler, der seinen Zenith überschritten hatte und dem er nach der Formel "reduce to the max" zu einer späten Blüte verhelfen kann. Seine Wahl fiel auf Neil Diamond, der in den letzten Jahren eher in Easy Listening-Kanälen zu hören war, als im Rock-Radio.
Kein Wunder gibt es nun Leute, die sprechen gar vom "neuen Rick Rubin-Album", so sehr ist der Produzent selbst zum Star geworden. Aber wer wie ich mit Neil Diamond's Stimme aufgewachsen ist (das hervorragende Live-Album "Hot August Night" hat mich quasi durch die Kindheit begleitet und "Jonathan Livingston Seagull" hat meine Eltern bei der Namensgebung beeinflusst), für den ist "12 Songs" in erster Linie ein Neil Diamond-Album, das dank Rubin's Aufsicht auf Kitsch verzichtet und die Stimme des "Kuschelbarden" in den Vordergrund stellt. Begleitet wird sie von warmen Gitarrenakkorden, einer minimalistisch agierenden Solo-Gitarre, ein paar Streichern sowie etwas Piano und Hammond-Orgel (gespielt von Billy Preston, der sowohl auf Beatles- wie auf Rolling Stones-Alben zu hören ist). Dazu eine Prise Glockenspiel ("Save Me A Saturday Night") und Slide-Gitarre ("What's It Gonna Be"), fertig ist ein warmherziges Album zwischen Pop, Folk und Country.
Im Gegensatz zu Johnny Cash war Neil Diamond nie ein Rebell, insofern wird es gestandenen Rockern vielleicht schwerer fallen, an "12 Songs" Gefallen zu finden. Weil Diamond eben nicht cool ist, es nie sein wird. Aber wer schöne Songs sucht und sich nicht darum kümmert, dass sie vielleicht auch von Leuten gehört werden, die ansonsten Norah Jones mögen, sollte "12 Songs" eine Chance geben.
Übrigens: Das Album gibt's bald in der europäischen Version mit 2 Bonus-Tracks. Es wird aber weiterhin "12 Songs" heissen...
7/10
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www.neildiamond.com




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