04. Juni 2006
MY NAME IS GEORGE - Wow! (Kuenschtli.ch/RecRec)
Schweizer Musiker die sich von der britischen Insel inspirieren lassen sind keine Seltenheit. Und im Falle von Fucking Beautiful, 7 Dollar Taxi oder den Protagonisten dieser Rezension, My Name Is George, klappt das sogar immer öfter sehr gut (die schlechten Beispiele aus früheren Jahren könnt ihr euch selbst ausdenken...).
Melodieselig und mit geradezu überschäumender Spielfreude hauen uns die fünf Winterthurer elf Songs um die Ohren, die tief im Pop der 60er Jahre verwurzelt sind und sich ausgiebig bei Rock, Punk, Soul und manchmal auch bei Surf und Psychedelic bedienen und die grossen Gesten nicht scheuen (in "Love Me! Love Me! Love Me!" findet sich etwa ein Part, der wahlweise an ein Musical oder einen Abba-Song erinnert). Liebevoll arrangierte Backing Vocals, unaufdringliche und doch virtuose Einlagen an Gitarre und Orgel sowie treibende und vielseitige Rhythmen bilden das Fundament, auf dem sich Sänger Albert Den Dekkers austoben kann. Sein Gesang ist stets präsent und strahlt das nötige Quentchen Arroganz aus, das es für diese Art von Musik einfach braucht. Für meinen Geschmack ist der Gesang manchmal eine Spur zu flatterig (sprich: er übertreibt's mit dem Tremolo in der Stimme), zu quengelig oder zu kitschig (als Beispiel sei der Anfang des Songs "Take me to that place" genannt, bei dem er am Ende dann fast wie Matthew Bellamy von Muse klingt), aber er passt damit gut zur Band (und ihrem Live-Auftritt), die definitiv nicht mit kleiner Kelle anrichtet.
Aufgenommen wurde das Werk mit Hilfe von David "Admiral James T." Langhard, der dem Album nicht nur einen knackigen sondern auch einen sehr transparenten Sound verpasst hat, was das Album nicht nur zu einer Party- sondern auch zu einer Kopfhörer-Platte macht. "Modern Life Is Easy" etwa ist ein Instant-Hit der besseren Sorte, man kann dazu unverzüglich tanzen, singen, springen. Man kann aber auch hinhören und entdeckt dann ein grossartiges Gitarrenlick hier, ein hübsches Chörlein dort.
Das Krönchen setzen My Name Is George ihren Album übrigens mit dem letzten Song "Last Train To Paris" auf. Grossartiges Surf-Intro, leicht melancholische Backing Vocals von David Hangartner (Transmartha), ein dramaturgisch geschickter Songaufbau und fertig ist einer der fünf besten Songs, die hierzulande im aktuellen Jahr auf Platte gepresst worden sind. (Wer wissen will, was die anderen vier sind, soll seine Top 5 als Kommentar hinterlassen, ich werde dann meine auch preisgeben.)
8/10
Ähnliche Interpreten:
Kaiser Chiefs
The Beatles
Supergrass
The Zutons
www.mynameisgeorge.ch
Melodieselig und mit geradezu überschäumender Spielfreude hauen uns die fünf Winterthurer elf Songs um die Ohren, die tief im Pop der 60er Jahre verwurzelt sind und sich ausgiebig bei Rock, Punk, Soul und manchmal auch bei Surf und Psychedelic bedienen und die grossen Gesten nicht scheuen (in "Love Me! Love Me! Love Me!" findet sich etwa ein Part, der wahlweise an ein Musical oder einen Abba-Song erinnert). Liebevoll arrangierte Backing Vocals, unaufdringliche und doch virtuose Einlagen an Gitarre und Orgel sowie treibende und vielseitige Rhythmen bilden das Fundament, auf dem sich Sänger Albert Den Dekkers austoben kann. Sein Gesang ist stets präsent und strahlt das nötige Quentchen Arroganz aus, das es für diese Art von Musik einfach braucht. Für meinen Geschmack ist der Gesang manchmal eine Spur zu flatterig (sprich: er übertreibt's mit dem Tremolo in der Stimme), zu quengelig oder zu kitschig (als Beispiel sei der Anfang des Songs "Take me to that place" genannt, bei dem er am Ende dann fast wie Matthew Bellamy von Muse klingt), aber er passt damit gut zur Band (und ihrem Live-Auftritt), die definitiv nicht mit kleiner Kelle anrichtet.
Aufgenommen wurde das Werk mit Hilfe von David "Admiral James T." Langhard, der dem Album nicht nur einen knackigen sondern auch einen sehr transparenten Sound verpasst hat, was das Album nicht nur zu einer Party- sondern auch zu einer Kopfhörer-Platte macht. "Modern Life Is Easy" etwa ist ein Instant-Hit der besseren Sorte, man kann dazu unverzüglich tanzen, singen, springen. Man kann aber auch hinhören und entdeckt dann ein grossartiges Gitarrenlick hier, ein hübsches Chörlein dort.
Das Krönchen setzen My Name Is George ihren Album übrigens mit dem letzten Song "Last Train To Paris" auf. Grossartiges Surf-Intro, leicht melancholische Backing Vocals von David Hangartner (Transmartha), ein dramaturgisch geschickter Songaufbau und fertig ist einer der fünf besten Songs, die hierzulande im aktuellen Jahr auf Platte gepresst worden sind. (Wer wissen will, was die anderen vier sind, soll seine Top 5 als Kommentar hinterlassen, ich werde dann meine auch preisgeben.)
8/10
Ähnliche Interpreten:
Kaiser Chiefs
The Beatles
Supergrass
The Zutons
www.mynameisgeorge.ch




Kommentare
10-minütige schlagzeugsolo war extraklasse, ganz im geiste der 70iger jahre, toll!!) von mynameisgeorge ist noch viel zu erwarten, also packen wir die chance und unterstützen wir diese herausrangende band mit unseren konzertbesuchen - die WOW-cd ist eh pflichtkauf, ganz klar... :O)) adi
übrigends, wegen den vergleichen, kann mich nicht erinnern, dass die beatles einen so virtuosen organisten hatten...
zum gesang: ich schreib ja "für meinen geschmack" und kann nachvollziehen, dass es für andere einfach nur toll ist. übrigens hab ich die band schon ca. 4 mal live gesehen und find sie sehr sehr gut.
zum beatles-vergleich: natürlich gibt bzw. gab es viele andere bands die in den 60ern musiziert haben, aber erstens kenn ich die wenigsten davon (ich hab jahrgang 1978 und hab mich erst bis in die späten 70er zurückgearbeitet) und zweitens waren die beatles nunmal rückblickend die prägendsten dieser zeit. und wenn du dich auf der mynameisgeorge-seite umschaust wirst du auch entdecken, dass albert john, paul, george & ringo mag.
kann dir mal die band FUSE ans herz legen, die haben nur eine scheibe gemacht, die geht aber auch heute noch ab wie der "teufel" und die orgel ist extraklasse... falls du dich mal schlau machen willst, was es damals alles so gab, habe ich dir einen tipp, guck mal unter www.blackrills.ch nach - oder fahr mal ins neckertal zu konny eisenring und besuche ihren kleinen laden - diese frau kennt sich bestens aus, eine expertin der sonderklasse in sachen 70iger underground-sound - aber von den beatles wirst du da wohl kaum was finden... :O))
ps. vorsicht - wenn du dich mal mit der auswahl von "blackrills" (konny eisenring) befassen solltest, es besteht absolute suchtgefahr!