Lieber gut kopiert...
Matchbook Romance gehörten bisher zu der Sorte von Screamo/Emo Bands, die kaum von all den tausend anderen zu unterscheiden waren. Das hat sich nun geändert. Gut, oder? Jein. Momentan sind ja die Fast-Namensvetter von My Chemical Romance schwer angesagt. „Voices“ ist auch musikalisch sehr ähnlich wie die Stücke von MCR geraten. Das ist mit Sicherheit mehr als nur Zufall. Man hatte wohl genug, von all den ausgeleierten Lyrics und den ewig gleichen Songstrukturen. Also schnell ein paar düstere Texte geschrieben und da und dort ein Piano-Zwischenteil, und fertig ist das neue Image.

Screamo ist das nun wirklich nicht mehr. Klavier statt Geschrei, so scheint das neue Motto gelautet zu haben. Das klingt stellenweise ein bisschen nach Muse. Allgegenwärtig sind aber sehr, sehr offensichtlich My Chemical Romance, dass nochmals erwähnt werden. Aber, kopieren sei erlaubt, solange dabei so tolle Songs wie „Surrender“, „Goody, Like Two Shoes“ oder „Monsters“ rauskommen. Überhaupt ist die erste Hälfte von „Voices“ grossartig. Schade, dass der Rest da nicht ganz mithalten kann. Für Stücke wie„Say Like You Mean It“ hat man wohl das (Un)Wort Powerballade erfunden. Gänzlich auf Power wird dann beim abschliessenden „I Wish You Were Here“ (jemand sollte mal zählen, wie oft dieser Titel schon für Songs gebraucht wurde...).

Matchbook Romance haben kapiert, dass der Emo-Zug langsam abgefahren ist, und haben sich weiterentwickelt, und zwar in die richtige Richtung. Wenn’s das nächste Mal noch ein wenig eigenständiger klingt, sind diese Jungs noch zu grossen Taten fähig. Denn, wie gesagt, die ersten paar Songs sind den Kauf eigentlich schon alleine wert.

7/10

Ähnliche Interpreten:
My Chemical Romance
The Juliana Theory
Muse

www.matchbookromance.com