madrugada

Stimmungsvolles Live-Album der Norwegischen R.E.M.
"Norwegische R.E.M.", damit werd ich Madrugada natürlich nur zum Teil gerecht. Da steckt nämlich mehr drin: Madrugada sind dunkler, bluesiger als R.E.M. und die Stimme von Madrugada-Sänger Sivert Hoyem erinnert mehr an Nick Cave oder Greg Dulli (Afghan Whigs, Twilight Singers) als an Michael Stipe. Aber spätestens wenn Hoyem bei "Mother Of Earth" nach rund 4 Minuten "higher" singt, kann ich nicht anders als an das langgezogene "Fire" im R.E.M.-Klassiker "The One" zu denken...

"Live At Tralfamadore" bietet einen Querschnitt durch die bisherigen vier Alben "Industrial Silence", "Nightly Disease" (beide mit düster-atmosphärischem Blues-Rock), "Grit" (das mit schmutzigem Garagenrock flirtete) sowie "Deep End" (die polierte Melange aus den vorangegangenen Alben). Genau das macht den Reiz des Albums aus, denn obwohl die Studio-Alben sehr unterschiedlich sind, fügen sich die Songs live zu einem stimmungsvollen Ganzen zusammen. Klar, auch die Soundqualität stimmt und die Songs sind mit Leidenschaft gespielt, aber diesbezüglich haben Wilco mit "Kicking Television" nunmal die Messlatte in Sachen Live-Album ins Unermessliche gesteigert.

Ach ja: Der Titel führt in die Irre, das Album wurde nicht in Tralfamadore aufgenommen. Weil: der Ort existiert gar nicht. Es handelt sich dabei um einen Planeten aus dem Roman "Slaughterhouse Five" des amerikanischen Autors Kurt Vonnegut. Madrugada greifen auf diesen fiktiven Ort zurück, weil "Live In Tralfamadore" ein Zusammenschnitt von vier Shows aus den Jahren 2003 bis 2005 ist.

7/10

Ähnliche Interpreten:
R.E.M.
Nick Cave
Afghan Whigs

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